Ausbildungserfolg im Regen

Die THW-Jugend übte den Bau einer Leonardo Brücke. Hier werden Bretter ineinander gesteckt. Das hält ohne Verbindungen durch Nägel, Schrauben oder Leinen. (Foto: P. Graser)
 
An kleinen Hindernissen kam die Metallsäge zum Einsatz. (Foto: P. Graser)

THW-Übung in Barme mit Zeltlager

Langenhagen. Schwere THW-Einsatzfahrzeuge rollen auf den Wasserübungsplatz in Barme bei Dörverden. Große Zelte, Beleuchtung und Verpflegungsstellen wurden aufgebaut. Keine Naturkatastrophe oder Unglück forderte dieses Mal die Katastrophenschützer, sondern die Übung „Barme ’17“. Nach langer Zeit fand wieder ein Zeltlager der THW-Jugend im Geschäftsführerbereich Hannover statt. Die Ortsverbände aus der Region Hannover und den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Schaumburg nahmen an dem Zeltlager teil. 130 Jugendliche und aktive THW-Helfer machten das Wochenende zu einem unvergesslichen Erlebnis. Das wechselhafte Wetter konnte die freudige Erwartung der 60 THW-Junghelfer auf das spannende Ausbildungs- und Übungswochenende nicht trüben. Nach einem erfolgreichen Aufbau des Zeltlagers zu Beginn, dass den Wassermassen der Nacht betriebsbereit widerstand, startete der Folgetag mit einer umfangreichen Stationsausbildung der heranwachsenden THWler. Aus dem Prüfungsprogramm des „Leistungsabzeichens der THW-Jugend“ wurden fünf Stationen aufgebaut. In gemischten Gruppen mussten, unter der Aufsicht von erfahrenen Ausbildern des THW, verschiedene Aufgaben aus den Bereichen Funken, Stiche und Bunde, Verletztentransport, Holz- und Metallbearbeitung und Einsatzgerüstsystem gelöst werden. Neben weiteren Gruppenaufgaben, wie dem Bau einer Leonardo-Brücke oder eines Mastkrans, konnte auch ein kleiner Bootsausflug auf der Weser unternommen werden. Im Laufe des Abends fanden weitere Gruppenspiele statt, bei denen Teamgeist und Geschicklichkeit im Vordergrund standen. Der Abschlusstag stand ganz im Fokus der Anwendung des Gelernten. In drei großen Gruppen musste jeweils ein komplexer Parcours bewältigt werden. Pfähle mussten angespitzt, Stege gebaut und Kriechstrecken überwunden werden. Die schnellste der drei Gruppen musste dann eine Fahne erobern, die durch zwei Jugendbetreuer in Sumo-Anzügen erfolglos verteidigt wurde.
Für das Zeltlager nutzte das THW viele Möglichkeiten aus seinem Baukasten für die Katastrophenbekämpfung, um in kurzer Zeit ein Feldlager für den Nachwuchs der „THW-Familie“, die THW-Jugend, aufzubauen. Große Zelte und Feldbetten machen aus einer Rasenfläche noch kein Feldlager. Neben der grundsätzlichen Infrastruktur in Form von Hallen und Sanitäreinrichtungen konnte auch der Seitenarm der Weser auf dem Wasserübungsplatz der THW-Bundesschule Hoya für Bootsfahrten genutzt werden. 25 Fahrzeuge mit diversen Anhängern waren notwendig, um nicht nur den Transport der Junghelfer zu gewährleisten, sondern auch eine adäquate Verpflegung, Führung und Beleuchtung sicherzustellen. 600 Brötchen mit je fünf Kilogramm Wurst und Käse, 23 Kilogramm Nudeln und 75 Liter Bolognese-Sauce zeigen die Dimensionen der umfangreichen Verpflegung auf. Zum Ausgleich von 300 selbstgemachten Burgern wurden über das Wochenende ganze 18 Kilogramm frisches Gemüse und 40 Kilogramm Obst von den großen und kleinen THWlern konsumiert. Beim abendlichen Grillen wurden 140 Würstchen, 180 Nacken- und 110 Putensteacks verspeist.
Das hauptamtliche Planungsteam der THW-Geschäftsstelle Hannover und das ehrenamtliche Ausbilderteam aus dem Geschäftsführerbereich blicken zufrieden auf den Verlauf des Zeltlagers zurück. Trotz widriger Wetterbedingungen haben alle Beteiligten das Maximum an Ausbildung und Spaß aus dem Wochenende gezogen und freuen sich auf weitere gemeinsame Aktionen in der Zukunft- so der Bericht von THW-Sprecher Cedrik Schlag.