Autorin erklärte Küchenkrepp

Gelungene Lesung im Quartierstreff

Langenhagen. „Meine persönliche Frauenrolle ist vierlagig: Mein Mann Jens, meine beiden Kinder und ich“, das offenbart Stephanie Schneider gleich zu Beginn. Und den etwa 20 Gästen wird klar: Das wird ein unterhaltsamer Abend!
Der Quartierstreff Wiesenau hat zur Lesung der Autorin aus Hannover eingeladen. Der Titel „Küchenkrepp- Die Rolle der Frau in der Gesellschaft“ verriet schon, dass es eine humorvolle Veranstaltung sein wird. Und auch der einzige Mann in der Runde konnte lachen, denn Stephanie Schneider hatte nicht zum Ziel, auf Kosten der Männer die Frauen besser da stehen zu lassen. Im Gegenteil: Stephanie Schneider versteht es, Alltagssituationen literarisch einzufangen und Geschichten, die vielen bekannt vorkommen, mit viel Wortwitz darzubieten. Stephanie Schneider bot einen Querschnitt durch ihre Bücher und Kolumnen und plädierte für mehr Entspannung im Leben der Frauen, zwischen all den Rollen und Aufgaben, die vermeintlich zu erfüllen sind. Und schließlich ist Zeitmanagement ja auch alles. „Ich weiß noch gar nicht, wen ich heiraten soll“, sagte Stephanie Schneiders Tochter, als sie vier Jahre alt war. Früh übt sich, alles zu planen und unter einen Hut zu bringen. Und wenn Frau sich dann auch noch einen in die Jahre gekommen Hund mit dem Rufnamen Gott in das Haus holt, der mit Hirschragout verwöhnt wird, stellt sich die Frage, ob Frau manchmal nicht doch die ein oder andere Sache zu viel macht. Im Sinne der Gleichberechtigung könnte natürlich die ein oder andere an die Männer abgegeben werden – Mann Jens erscheint den Zuhörern am Ende wie der perfekte Ehemann und Vater. Die Welt braucht also mehr Jens, diese Botschaft nimmt der zuhörende Gast mit in die Männerwelt, als die sehr gelungene Veranstaltung am Ende war.
Die Veranstaltung wurde unterstützt von der Buchhandlung Böhnert. Claudia Koch vom Quartierstreff Wiesenau sagte zufrieden: „Die erste Lesung im Quartierstreff im Winter 2014 zählte genau zwei Zuhörer. Heute hat sich gezeigt, dass Kultur in Wiesenau doch gut ankommt.“