Bafana Bafana

Das gab es noch nie: Zum ersten Mal ist eine Gastgebermannschaft bereits in der Vorrunde einer Fußballweltmeisterschaft ausgeschieden. Die Statistiker werden es notieren. Südafrika hat stark gespielt und doch verloren. Nicht die Punkte, das Torverhältnis hat entschieden. Die Meannschaft, „Bafana Bafana“, ist nicht mehr dabei. Knapper geht es nicht.
Nun werde die Begeisterung abflachen, lese ich. Das wäre verständlich, aber die Begeisterung der Menschen in Südafrika für diese WM wird doch unterschätzt. Und der Stolz darauf, ein solches Fest der Welt ausrichten zu können.
Welche Skepsis herrschte besonders in Deutschland vor. Afrika taucht bei uns vor allem mit seinen Krisen auf. Gewiss: Die WM ist noch nicht zu ende, sie geht erst jetzt in ihre entscheidende Phase. Keiner kann vorher behaupten, alles gehe gut.
Doch eins haben wir in unserer so perfekt durchorganisierten Welt mit höchsten Ansprüchen an Vernetzung festgestellt: Was dort unter sicher riesigen Entbehrungen geleistet worden ist, bedarf großer Anerkennung.
Seit vielen Jahren ist der Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen mit südafrikanischen Gemeinden in einer Partnerschaft verbunden. Wir haben gesehen, unter welchen Entbehrungen die Menschen leben, welche weiten Wege auf sich genommen werden müssen, um zu Lohn und Brot zu kommen. Der Alltag ist für die überwiegende Zahl der Menschen hart. Umso gewichtiger ist die Leistung zu einem solchen Großereignis anzuerkennen, auch wenn Manches im Weltverband des Fußballs überdimensioniert erscheint. Afrika ist einmal im Blick der Welt, mit seiner Lebensfreude und seiner alten, bedeutenden Kultur.
In diesen Tagen drücken wir unseren Fußballern die Daumen. Sie haben es verdient. Doch ich wünsche dieser ersten WM, dem ersten Großereignis des Sports in Afrika, dass es ein friedliches, völkerverbindendes, buntes Fest bleiben wird.
Wir haben in diesen Monaten nicht sehr viele gute Nachrichten zu verkraften. Doch diese wäre eine: Südafrika hat nicht nur eine gute Mannschaft, sondern ist ein guter Gastgeber für die Welt. Das Land begeistert.
Natürlich hätte ich auch nichts gegen die andere gute Nachricht: Deutschland ist im Halbfinale…

Martin Bergau, Superintendent