Bananen wachsen in Krähenwinkel

Carsten Engelke freut sich gemeinsam mit seiner zwölfjährigen Tochter Freya über die prächtige Bananen-Staude auf seinem Hof. (Foto: G. Gosewisch)

Oase mit tropischen Früchten überzeugt

Krähenwinkel (gg). Mit der Ansammlung mediterraner Pflanzen auf seinem Hof in Krähenwinkel setzt Carsten Engelke derzeit Zeichen. Nicht nur dass Feigen-, Zitronen-, Mandarinen-, Oliven- und eine Bananen-Pflanzen gedeihen, sie fruchten sogar. Wie es das möglich? Carsten Engelke lacht und sagt: „Man muss sich einfach nur trauen zu glauben, dass sie groß werden.“ Diese lockere scherzhafte Antwort passt in seinen Arbeitsalltag. Als Geschäftsführer der Firma „Saddle me“ und Experte für Reitsportausrüstung ist er weltweit unterwegs, beeindruckend dynamisch mit zig Verpflichtungen. Man traut ihm alles zu, nur eins nicht, und das ist Müßiggang oder verträumte Gartenliebhaberei. Beides war beim Gedeihen der subtropischen Oase aber auch nicht am Werk, sondern viel mehr das sprichwörtliche „Klotzen statt Kleckern“, die Verweigerung des Aufgebens und der Einsatz des Naheliegenden. „Pferdedung ist zur Verbesserung des Bodens wichtig. Mit handelsüblichem Dünger funktioniert das nicht“, sagt Carsten Engelke. Die gewaltige Bananenstaude beispielsweise bekommt beim Umtopfen immer eine große Portion. Im Frühjahr wird der inzwischen 700 Kilo schweren Koloss mit dem Frontlader aus der Scheune geholt, wo die Staude im Dunkeln überwintert. Erst vier Jahre ist sie alt, war mal ein 20 Zentimeter großes Mitbringsel, im Vorbeigehen gekauft. Der Zitronen-Baum ist aus einem Kern entstanden, den er mal aus Spaß in den Boden gesteckt hat und der Olivenbaum ist aus einem Ableger gewachsen, den er aus Zypern mitgebracht hat. Die Bananen-Ernte soll nun noch abgewartet werden. Dann schlägt Carsten Engelke mit der Machete die dreieinhalb Meter hohen Staudenblätter ab – immer im November, bevor die Frostnächte kommen. Bis dahin gibt es bei jedem eiligen Überqueren des Hofes im Arbeitsalltag einen Griff zu den reifen Feigen. „Die schmecken köstlich zwischendurch“, sagt Carsten Engelke mit offener Fröhlichkeit im Gesicht. Dafür ist Zeit.