Baumschutzsatzung ist vom Tisch

SPD und Grüne wollen eintausend Neupflanzungen

Langenhagen (gg). „Wir wollen mit dieser Drucksache die Baumschutzsatzung wegkriegen“, erklärte Anja Sander (SPD) in der jüngsten Sitzung des Stadtplanungsausschusses zum „Eintausend-Bäume-Plan“, der bis zum Jahr 2025 realisiert werden soll. Konkret soll die Stadtverwaltung „historische Grünflächen aktivieren und den Stadtpark erneuern. Dabei sollen gebietseigene Gehölze der niedersächsischen Landschaft verwendet werden, um so auch die biologische Vielfalt zu fördern“. Zudem soll die Stadtverwaltung Einwohnern städtische Grünflächen zur Verfügung stellen, die dort Bäume pflanzen wollen und sowohl den Kaufpreis als auch die Pflege übernehmen. Unter dem Tenor „Mit Phantasie sind Pflanzstandorte zu finden“ wurde mehrheitlich mit Ja für die Drucksache gestimmt, obwohl die Stadtverwaltung darauf hinwies, dass eben die Standortsuche schwierig werden könnte. Mike Scheer (S-VG) attestierte entsprechend: „Das ist ein charmanter Antrag, doch wilde Pflanzerei bringt hohe Folgekosten. Nur sinnvolle Standorte sollten bepflanzt werden.“ Michael Horn (Grüne) sparte nicht an Kritik: „Es ist schon viel getan, wenn das Vorhandene richtig gepflegt wird. Die Karl-Kellner-Straße war mal eine Allee, nun gibt es viele Lücken. Im Weiherfeld sind am Scherenhorster Berg 25 neu gepflanzte Bäume vertrocknet. Das ist bedauerlich.“ Sein Hinweis wurde von der Stadtverwaltung als Prüfauftrag angenommen, Auskunft zum Sachverhalt soll folgen.
Georg Obermayr bestätigte als NABU-Sprecher: „Wir sehen das positiv. Der NABU hat sich damit abgefunden, dass es keine Baumschutzsatzung gibt.“