Beeindruckt von den Menschenmassen

Haben sich intensiv ausgetauscht: Die Polizeistudenten aus Estland und ihre deutschen Amtskollegen.Foto: O. Krebs

Estnische Delegation informiert sich in Langenhagener Polizeikommissariat

Langenhagen (ok). Das hatten sie noch nie gesehen; mehr als 30.000 Menschen, die in ein Fußballstadion drängen. Aus ihrer Heimat kennen sie meistens nur ein paar Hundert Zuschauerinnen und Zuschauer bei solchen Sportereignissen. Die Delegation der Studenten an der Polizeiakademie – alles Kadetten mit einem „K“ auf der Schulter – kommt aus dem baltischen Staat Estland, hat jetzt ein einwöchiges Praktikum in der Flughafenstadt absolviert. Und zum Programm gehörte eben auch der Besuch des Bundesligaspiels zwischen Hannover 96 und der Spielvereinigung Greuther Fürth am Dienstagabend. Im Mittelpunkt stand allerdings der Austausch im Streifen- sowie Kriminal- und Ermittlungsdienst und auch mit dem Kontaktbeamten Helmut Hentschel am Flughafen. Und stark beeindruckt haben die Polizeibeamten aus dem baltischen Staat mit seinen rund 1,3 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern auch die vielen Autos auf den Straßen, so etwas kennen sie aus dem Ostsee-Anrainerstaat überhaupt nicht. Die Bezahlung der Polizisten sei eher mau im Vergleich zu Deutschland – etwa 500 bis 600 Euro im Monat. Aber natürlich müssten auch die Lebenshaltungskosten berücksichtigt werden. Dafür ist die Ausrüstung im Vergleich zu den deutschen Ermittlungsbehörden allerdings eher vom Feinsten: So gibt es in jedem Auto einen Computer.
Die Probleme, mit denen sich die Polizisten Estlands herumschlagen, ähneln denen ihrer deutschen Kolleginnen und Kollegen aber stark: Korruption, Drogen, Mörder und Alkohol am Steuer. In Estland gilt sogar die Null-Promille-Grenze. Bei der täglichen Arbeit wollen sie auch ihre Erkenntnisse aus Deutschland einfließen lassen.
Im vergangenen Jahr haben die Studenten mit ihrer Ausbildung begonnen, nächstes Jahr sind sie fertig. Dann geht es zum Beispiel in den Streifen- oder Kriminaldienst. Oder aber an die Grenze nach Russland, denn dort wird Personal gebraucht. Der Grund: Es ist eine der östlichen Außengrenzen der Europäischen Union, weil Estland dem Bündnis angehört.