Begegnung mit Flüchtlingen

Jasmin und Mased Al Masri berichten von Ihrer Flucht und zeigen auf der Karte, woher sie kommen und wo sie jetzt wohnen. Ortsbürgermeisterin Gudrun Mennecke (Mitte) begrüßte die Gäste. (Foto: D. Lange)

Ein Netzwerk für die ehrenamtlichen Helfer

Engelbostel (dl). Zu einem gemeinsamen Kaffeetrinken und Erfahrungsaustausch trafen sich auf Initiative des Ortsrates und des Kirchenvorstands die Mitglieder vieler Verbände und Vereine, Unterstützer, Nachbarn und viele Helfer, die alle in der Flüchtlingsarbeit tätig sind und auch deshalb gekommen sind, „weil man heute einfach dabei sein muss“, sagte Pastor Rainer Müller-Jödicke. Zu dem Treffen waren einige der Flüchtlinge und Asylbewerber gekommen, die zur Zeit in Engelbostel untergebracht sind. Sie kommen aus Syrien und dem Jemen und haben am Ende einer langen und gefahrvollen Flucht in Langenhagen eine neue, wenn auch auch vielleicht nur vorübergehende, vor allem aber eine sichere Heimat gefunden, wie sie betonen. So wie die kleine Familie Toko aus Syrien. Abdullah, dessen Bruder Ibrahim mit seiner Frau Gozon und ihrer kleinen Tochter Fatima (eineinhalb Jahre alt) sind aus der vom Krieg fast völlig zerstörten Stadt Aleppo über die Türkei und weiter auf der Balkanroute über Griechenland und Mazedonien nach Deutschland geflohen. Mit dem Schlauchboot, zu Fuß und diversen anderen Transportmitteln. Der Weg von der Türkei nach Griechenland sei dabei der gefährlichste Teil ihrer Flucht gewesen, erzählen sie. Rund 4.800 Euro mussten sie bezahlen und sind erst seit wenigen Tagen in Engelbostel. Sie wollen Sprachkurse besuchen und das Land kennenlernen. Die Familie Al Masri lebt schon länger in Engelbostel. Mased Al Masri und seine Frau Jasmin sowie ihre vier Kinder im Alter von vier, 16, 19 und 20 Jahren kamen vor etwas über einem Jahr aus dem Jemen. Ihre Flucht mit Stationen im Oman und in Italien dauerte insgesamt zwölf Monate. In Engelbostel haben sie sich inzwischen etwas eingelebt und der Vater erzählt mit Stolz davon, dass die beiden ältesten Söhne beim MTV Fußball spielen. "Das Treffen der Helfer im Gemeindehaus ist in erster Linie als ein Dankeschön für die geleistete Arbeit gedacht. Es ist uns aber auch wichtig zu wissen, wer macht was? Wir möchten mit allen Beteiligten ein Netzwerk schaffen, um die gemeinsame Arbeit noch besser koordinieren zu können“, erklärte Ortsbürgermeisterin Gudrun Mennecke. Eines der dringendsten Probleme sei die Beschaffung von Wohnraum für die Flüchtlinge. Der Platz und die Aufenthaltsdauer in den städtischen Gemeinschaftsunterkünften ist begrenzt. Wenn die Asylbewerber also keine Wohnung finden, wird es schwierig, weil sie dann unter Umständen woanders untergebracht werden müssen. Was aber, wenn deren Kinder bereits einen Platz in der Schule oder der Kita haben? Die Frage blieb offen.