Begegnungen am Nistkasten

In den Nistkästen fanden die Naturschützer schlafende Fledermäuse. (Foto: R. Stankewitz)

Tolle Naturbeobachtungen im Eichenpark

Langenhagen. Jedes Jahr im Herbst sind ehrenamtliche Helfer der Naturkundlichen Vereinigung Langenhagen (NVL) und des Naturschutzbundes (NABU) im Eichenpark und Stadtwald unterwegs, um dort die Nistkästen zu reinigen. Die dienen nicht nur als Nisthilfen, sondern erfüllen auch im Winter einen wichtigen Zweck. Vögel und Mäuse nutzen die Kästen dann als Unterschlupf und zur Übernachtung. Damit sie im Frühjahr von Meisen, Grauschnäppern und anderen Vögeln als Nisthilfen genutzt werden können, werden die Kästen bereits jetzt gereinigt, um mit dem alten Nistmaterial auch Milben und Flöhe zu entfernen. Nur so ist gewährleistet, dass die Brut im nächsten Jahr nicht durch die Parasiten gestört wird.
Hans-Jürgen Ratsch, NVL-Vorsitzender, sowie Einsatzleiter Ricky Stankewitz vom NABU freuten sich über viele Teilnehmer, die bei sonnigem Wetter die beiden Naturschutzvereine unterstützten. Von der IGS-List waren vier Schüler zur Nistkastenreinigung gekommen und auch von der Naturschutzjugend (NAJU) waren zwei Mitglieder bei der Aktion dabei. Nach einer Sicherheitseinweisung, bei der auch Einmalhandschuhe und Mundschutz zur Verfügung gestellt wurden, starteten zwei Gruppen mit Leitern, Spachtel und Drahtbürste im Gepäck zu den im Stadtwald und Eichenpark verteilten Nistkästen. "Erwartungsgemäß wurden die angebotenen Kästen auch in diesem Jahr gut genutzt", sagte Einsatzleiter Ricky Stankewitz zur positive Auslastung der Nisthilfen.
Seine Gruppe kontrollierte außerdem Fledermauskästen im Stadtwald und entdeckte dabei neben einer Gruppe von Abendseglern auch Fledermäuse aus der Gattung Myotis, die aufgrund der Größe vermutlich Wasser- oder Fransenfledermäuse waren. Diese tierische Begegnung war ein Erlebnis für Kilian. Der fünfjährige Junge war als jüngster Teilnehmer mit seiner Mutter bei der Nistkastenreinigung dabei und wurde dafür mit dieser tollen Naturbeobachtung belohnt. "Man hat nicht jeden Tag die Gelegenheit einer Fledermaus so nahe zu kommen", erklärte Ricky Stankewitz, der vom Interesse des Jungen begeistert war.
Auch in der anderen Gruppe gab es tierische Begegnungen, als Dominik Meyer beim Reinigen eines Kastens zwei Mäuse entgegen kamen und ihn vom Dach des Nistkastens anschauten. Einige Kästen waren hier nicht zum Nisten, sondern nur zum Übernachten genutzt worden. "Diese Kästen waren nicht so stark ausgepolstert wie die anderen", erklärte Felix Hartmann, der abwechselnd mit Dominik Meyer und Hartmut Luhnau auf die Leiter gestiegen war, während Christa Donath die Aktion dokumentierte. Sie hielt fest, welche Kästen in diesem Jahr genutzt wurden und, soweit erkennbar, welche Arten die Nisthilfen angenommen hatten.
Den gemütlichen Abschluss des Einsatzes bildete ein gemeinsamer Kaffeeklatsch im Wasserturm an der Stadtparkallee. Edeltraud Richter hatte leckeren Kuchen und Kaffee für die Helfer organisiert. Die verputzten den Kuchen bis auf den letzten Krümel und tauschten sich über ihre Erlebnisse während der Nistkastenreinigung aus.
Der nächste NABU-Pflegeeinsatz findet im Oktober statt. Dann wird sich der Naturschutzbund wieder den Kleingewässern widmen.