Begeisternde Pfingsttage

Begeistert kamen die Kinder vom Abenteuerspielplatz zurück: einen ganzen Tag lang durften sie im und am Bach stehen und Staudämme bauen. Sie waren begeistert. Gemeinsam hatten sie die Idee dazu gehabt und konnten sie zusammen ausführen. Wenn Kinder von etwas begeistert sind, dann sind sie ganz davon erfüllt. Nichts Anderes ist mehr wichtig, selbst das Essen und Trinken gerät darüber in den Hintergrund. Wir Erwachsene sind schwerer zu begeistern. Eher wird eine Idee verworfen als spontan verwirklicht. Begeisterung kam vielleicht bei vielen Menschen hier auf, als 96 wieder die Teilnahme an der Europaliga schaffte.
Aber das Gefühl: „Jetzt geht’s los!“ gibt es eher selten.
In dem Haus in Jerusalem verbreitete sich vor 2.000 Jahren auch keine Begeisterung. Eher war Ratlosigkeit angesagt. Menschen saßen zusammen und überlegten, wie es weitergehen könnte – mit diesem Jesus und mit ihnen. Da passierte es: ein Brausen geschah, sie wurden begeistert – Pfingsten! Begeistert fingen sie an zu reden und zu handeln und den Bedürftigen zu helfen. Die Gemeinde war geboren. Heute sprechen wir von Hilflosigkeit, von Politikverdrossenheit, von Mutlosigkeit angesichts der Finanzkrisen, des Hungers, der Naturkatastrophen und der Kriegsgefahren, von denen wir täglich hören – Dramen, an die wir uns fast schon gewöhnt haben. Was wird denn heute noch mit echter Begeisterung gemacht? Die Menschen damals waren begeistert vom heiligen Geist, von der erneuernden Kraft Gottes. Neuer Mut, neue Hoffnung erfüllten sie, um einzutreten für Gerechtigkeit und das Recht auf ein menschenwürdiges Leben.
Es fing mit den Jüngern und Jüngerinnen Jesu an. Heute soll es bei uns weitergehen. Lassen wir Gottes Geist in unser Leben hinein, und ein frischer Wind wird in unserem Leben, in unserer Gesellschaft und in unserer Zeit wehen und uns Mut und Kraft geben. In diesem Sinne können wir begeisternde Pfingsttage feiern!

Dorothee Renner-Venz, Pastorin