Bei höherer Dosis Herzstillstand

Der Winterling stellt schon seine Blütenpracht zur Schau.Foto: K.-H. Teufert

Der Winterling blüht schon im Eichenpark

Langenhagen. Bevor nach diesem kalten und schneereichen Winter die Schneeglöckchen und Krokusse zaghaft ihre Blütenknospen über den noch teilweise gefrorenen Boden hervor zu strecken beginnen, hat im Eichenpark bereits eine andere Pflanze an mehreren Stellen ihre Blütenpracht zur Schau gestellt: Der gelb blühende Winterling (Eranthis hyemalis) entfaltet mitten zwischen Schnee und Eisschollen seine ovalen, bis zu zwei Zentimeter breiten Blütenblätter, die meist zu sechst eine ansehnliche, radiäre Krone bilden. Zwischen den zahlreichen Staubgefäßen und den gelben Blütenblättern lassen sich außerdem noch einige röhrenförmige Honigblätter finden. Diese sollen zwar Insekten zu Bestäubung anlocken, doch wenn das bis zu 15 Zentimeter hohe Pflänzlein wegen der ungünstigen Wetterlage damit keinen Erfolg hat, können auch die männlichen Staubbeutel ihren Stempel sozusagen im Selbstverfahren befruchten. Dicht unterhalb der Blüte findet sich bereits frühzeitig ein grünes Hochblattwirtel, das tief in stumpfe Blattabschnitte zerteilt ist, während die langstieligen, rundlichen und fünf- bis siebenteiligen Grundblätter erst nach der Blütezeit erscheinen. Die Pflanze, die der Laie bei flüchtiger Betrachtung vielleicht mit dem ebenfalls gelb blühenden Scharbockskraut oder dem Gelben Windröschen verwechseln kann, gehört aber wie diese Pflanzenarten auch zur Familie der Hahnenfußgewächse.
Die Blüten, die sich bei Tage und gutem Wetter zu öffnen pflegen, erreichen dies durch ein verstärktes Wachstum der Blütenblattoberseiten. Schließen sich die Blüten bei schlechtem Wetter oder nachts, so wachsen wiederum die Unterseiten der Blütenblätter verstärkt aus. Durch dieses abwechselnde Öffnen und Schließen der Blüten, was bis zu acht Tage dauern kann, erreichen die gelben Kronblätter oftmals das Doppelte ihrer ursprünglichen Länge.
Der Winterling ist ursprünglich eine südeuropäische Pflanze, die aber vor allem gärtnerisch in Mitteleuropa eingeführt wurde. Ihre Blütezeit liegt vom Februar bis in den April. Zuerst beschrieben wurde diese Art erst 1807. Für unser Gebiet ist sie 1843 das erste Mal nachgewiesen worden. Im Eichenpark wurde diese Pflanze wahrscheinlich schon vor vielen Jahren angepflanzt oder aber ist durch Verwilderung eingeschleppt worden. Dies lässt sich nicht mehr genau feststellen.
Es handelt sich hierbei um eine mehrjährige Giftpflanze, wobei besonders die Knolle wirksame Herzglykoside aus der Gruppe der Bufadienolide enthält, die besonders bei höherer Dosis einen Herzstillstand verursachen können.