Bei Wind und Wetter im Rollstuhl im Sportplatz

Das Landesligateam der ersten Herren hat Christoph Bärwinkel schon nach kurzer Zeit in ihr Herz geschlossn.

Treuer Fan Christoph Bärwinkel verpasst kein Heimspiel des TSV KK

Krähenwinkel (ok). Sein Herz schlägt für die schwarz-gelb, aber BVB-Fan Christoph Bärwinkel war auch in seiner Heimat schon immer ein „Fan des Dorffußballs“, hat regelmäßig die Spiele des SV Nienstädt 09 im Schaumburger Land besucht. „Sie haben sogar mal in der Bezirksliga gekickt“, erinnert sich Christoph Bärwinkel, der seit seiner Geburt querschnittsgelähmt ist und im Rollstuhl sitzt. Jetzt hat Christoph Bärwinkel, der seit 2016 im Kaltenweider Margeritenhof wohnt, eine neue Liebe gefunden, ist bei jedem Heimspiel des Landesligisten TSV Krähenwinkel/Kaltenweide dabei. Fünf Kilometer im Rollstuhl hin und zurück, bei Wind und Wetter. Fahrtzeit pro Tour: etwa eine Dreiviertelstunde. „Der 611er fährt ja am Wochenende nicht“, übt er Kritik am Fahrplan: Und legt noch gleich nach: „Ein bis zwei Behindertenparkplätze mehr könnten es rund um den Sportplatz durchaus sein.“ In die Region Hannover gekommen ist er übrigens nach einem längeren Krankenhausaufenthalt, hier seien die medizinischen Versorgungsmöglichkeiten für sein Handicap bundesweit nahezu am besten. Mittlerweile fühlt Christoph Bärwinkel sich pudelwohl ist nicht nur im Kirchenvorstand der Matthias-Claudius-Kirche, sondern auch Beirat der Stadt Langenhagen für Menschen mit Behinderungen aktiv. Wie auch schon in der Samtgemeinde Nienstädt und im Kreisbehindertenrat des Landkreises Schaumburg sowie damals im Landesbehindertenbeirat. Und richtig heimisch fühlt er sich auch bei den Landesligakickern am Waldsee, obwohl er erst seit Februar bei den Spielen dabei. Bislang aber noch kein Heimspiel als treuer Fan verpasst hat. Am Stein bei den Hardcore-Fans ist Christoph Bärwinkel zu Hause, hat schon einen Schal und Aufkleber für seine Speichen geschenkt bekommen. Und die Erste hat ihren begeisterten Anhänger auch schon zum Essen eingeladen. Was für Christoph Bärwinkel besonders wichtig ist: Sowohl Stadion als auch Sportgaststätte sind barrierefrei zu erreichen. Optimale Voraussetzungen für entspannte 90 Minuten, wenn denn nicht die eigene Mannschaft das Nervenkostüm zu sehr strapaziert. Aber in Sachen Klassenerhalt läuft es bei den Krähen ja recht gut.
Privat ist bei Christoph Bärwinkel also alles im Lot, jetzt will er berufliche Weichen stellen. Der auf vielen Feldern engagierte 28-Jährige sucht einen Ausbildungsplatz als Kaufmann für Bürokommunikation, würde sich über Interesse von Betrieben in dieser Branche freuen.