Bei Zielen nicht weit auseinander?

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machten mit Trillerpfeifen ihrem Unmut Luft.Foto: O. Krebs

Paracelsus-Klinik: dritte Verhandlungsrunde in Sachen Tarifvertrag

Langenhagen (ok). Der Ball liegt im Spielfeld der Geschäftsführung und des Gesellschafters: Dieser Ansicht ist zumindest Brigitte Horn. „Nach zwei erfolglosen Verhandlungsrunden über einen Tarifvertrag zur Zukunftssicherung der Paracelsus-Kliniken müssen wir jetzt vor der dritten Verhandlungsrunde unserer Verhandlungskommission mit Aktionen den Rücken stärken“, sagt die ver.di-Gewerkschaftssekretärin. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Paracelsus-Klinik am Silbersee haben sich am Montag in einer so genannten „Aktiven Mittagspause“ den Demonstrationen von insgesamt etwa 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Konzern angeschlossen. Brigitte Horn: „Damit soll der Druck auf die Arbeitgeber in den laufenden Verhandlungen über einen Zukunftssicherungs-Tarifvertrag erhöht werden, um die Grundbedingungen von ver.di zu erfüllen und eine Einigung über die Sicherung der Arbeitsplätze und Standorte zu erhalten.“ Im Einzelnen geht es bei den Forderungen vor allen Dingen um den Ausschluss betriebsbdingter Kündigungen, die Sicherung aller Standorte im Paracelsus-Konzern, den Ausschluss von Outsourcing mit Lohnsenkung, verlässliche Investitionsplanungen zum Erhalt und zur Modernisierung der Kliniken und ein Sanierungsbeirat, der das Sanierungskonzept überwacht; das Misstrauen in die Strukturen des Konzerns sei groß. Ein Verzicht auf Gehalt oder sogar Weihnachtsgeld müsse eine langfristige Sicherheit der Arbeitsplätze nach sich ziehen. Dem Gesellschafter wirft die Gewerkschaft „Missmanagement mit massiven Fehlentscheidungen“ vor. Er habe den Konzern mit seinen Entscheidungen erst in diese Lage gebracht, wolle jetzt den „ganzen Kuchen“ für sich und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nur mit Krümeln abspeisen. Brigitte Horn: „Wir wollen Aufklärung über unsere reale wirtschaftliche Lage haben, fordern Respekt und Anerkennung für unsere Arbeit.“
Konzernsprecherin Simone Hoffmann sieht dagegen, dass die bisherigen Gespräche durchaus konstruktiv gewesen seien, beide Seiten müssten sich bewegen und ihren Teil dazu beitragen,dass drei große Ziele erreicht werden: Standortsicherung, Arbeitsplatzsicherheit und Vermeidung weiterer Arbeitsverdichtung. Schon Anfang des Jahres sei das Unternehmen auf ver.di zugegangen mit dem Ziel, Personal nicht reduzieren zu wollen. Von einer externen Unternehmensprüfung sei den Paracelsus-Kliniken bestätigt worden, ein „zukunftsfähiges strategisches Konzept“ zu haben, allerdings müssten die Kosten gesenkt werden. Das gesparte Geld sei „festgeschrieben“, der Konzern könne damit nicht machen, was er wolle. Die Verwendung müsse dann wieder in einem „gemeinsamen Prozess“ erarbeitet werden. Simone Hoffmann: „Die zeitlich befristete Lohnabsenkung betrifft genauso wie die zeitliche Aussetzung des Weihnachtsgeldes alle. Wir liegen also nicht weit auseinander.“