Beide katholischen Kirchen bleiben erhalten

Klaus Ciernioch und Jennifer Rihm im Gespräch mit Matthias Brodowy über das Konzept der Plattform BBB.Foto: D. Lange

Lieza Treff – neuer Name und neues Konzept

Langenhagen (dl). Mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel und einer anschließenden Gemeindeversammlung im Rathausinnenhof stellte die katholische Liebfrauengemeinde nicht nur ihr neues, in die Zukunft gerichtetes Pastoralkonzept vor, sondern parallel zur inhaltlichen Neuausrichtung sollte auch ein neuer Name her, in dem sich das neu formulierte Leitbild nach außen hin widerspiegelt. Eine Agentur wurde damit beauftragt, hierzu einige Vorschläge in Form von möglichen Kurztiteln zu finden, über die später in der Gemeindeversammlung abgestimmt werden sollte. Als Moderator für die Namensfindung im Rahmen der Versammlung konnte der hannoversche Kabarettist Matthias Brodowy gewonnen werden. Der Prozess der Namensfindung gestaltete sich allerdings schwieriger als erwartet. Die zur Wahl stehenden Vorschläge LieZa (LiebfrauenZwölf Apostel), BeTreff³- eine Anspielung auf die Plattform der drei B- sowie SinnStation, fanden nicht die ungeteilte Zustimmung des Gremiums, so dass am Ende eine kreative Kombination von LieZa und Treff das Rennen machte. Nachdem schon 2006 die beiden Gemeinden Liebfrauen und Zwölf Apostel zur Katholischen Pfarrgemeinde Liebfrauen Langenhagen mit Zwölf Apostel zusammengefasst wurden, stand die Gemeinde, wiederum auf Druck des zuständigen Bistums in Hildesheim jetzt erneut vor einer großen Herausforderung. Es drohte der Verlust einer der beiden Kirchen, denn das Bistum forderte eine weitere Verschlankung der Verwaltung, um Kosten zu sparen. Die Gemeinde stellte sich dieser Herausforderung und entwickelte ein für sie zukunftsfähiges Pastoralkonzept, das die Aufgaben und Schwerpunkte in den Kernfeldern: Verkündigung des Glaubens, Liturgie, Diakonische Dienste und Gemeinschaft formuliert. Als „Schlüsselmaßnahme zur Umsetzung des Konzeptes“ soll dafür die ebenfalls neu geschaffene „Plattform für Begegnung, Bildung und Betreuung“ stehen, mit Hilfe derer die Aktivitäten wirkungsvoll gebündelt werden. Die Gemeinde ist sich durchaus bewusst, dass die Umsetzung dieses Konzeptes hohe Anforderungen an ihre Ressourcen stellen wird. Es könne also nur gelingen, indem die Inhalte verknüpft werden bei gleichzeitiger Bündelung aller baulichen, personellen und finanziellen Ressourcen. Ein erster Schritt dahin ist jedenfalls gemacht. Das vorgestellte Pastoralkonzept wurde im Bistum Hildesheim vorgestellt und von den Kirchenoberen für gut befunden. Einen wichtigen Schwerpunkt in den Überlegungen zu dem Konzept bildete der Zwölf-Apostel-Kindergarten, der um einen Krippenbereich erweitert werden soll, denn auch die Bedarfe der Eltern haben sich gewandelt. Darin spiele eine Betreuung der Kleinsten eine immer größere Rolle. Als eine Antwort auf die wachsenden Herausforderungen infolge der sich wandelnden gesellschaftlicher Strukturen lautet denn auch das neue Leitbild der katholischen Liebfrauengemeinde: „Wir sind eine katholische Kirchengemeinde mit Zuwanderungsgeschichte, wir stellen uns den Herausforderungen der Zukunft in unserer Stadt, die durch Zuzug weiter wächst und wir möchten den Menschen geistliche und soziale Heimat seien.“ Darin kommt eine Entwicklung zum Ausdruck, die vor etwa 70 Jahren begann und die zeigt, wie sich die Geschichte wiederholt. Im Winter 1944/45 wurden mehr als zwölf Millionen Schlesier, Ostpreußen und Sudetendeutsche aus ihrer Heimat vertrieben und waren auf der Flucht. Diejenigen von ihnen, die es bis nach Deutschland geschafft hatten, standen in einem verwüsteten Land mit zerstörten Städten buchstäblich vor dem Nichts und mussten außerdem feststellen, dass sie nicht überall willkommen waren. Langenhagen war auch damals schon eine Zuzugsgemeinde, in der die überwiegend katholischen Flüchtlinge nicht nur ein Dach über dem Kopf und eine neue Heimat suchten- und auch fanden, sondern auch eine geistliche Heimat. So gesehen, waren sie damals die Mitbegründer der katholischen Kirchengemeinde in Langenhagen.