Beide liegen eng beieinander

Auf einen fairen Wahlkampf: Am 15. Juni entscheidet sich zwischen Friedhelm Fischer (rechts) und Mirko Heuer, wer in den nächsten sieben Jahren Chef im Rathaus wird.Foto: O. Krebs
 
Ist zufrieden mit seinem Ergebnis: Jens Mommsen.Foto: G. Gosewisch

Duell zwischen Mirko Heuer und Friedhelm Fischer bei Stichwahl am 15. Juni

Langenhagen (ok). Läuft bei der Bürgermeister-Stichwahl am 15. Juni alles auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Amtsinhaber Friedhelm Fischer (SPD) und Herausforderer Mirko Heuer (CDU) hinaus? Eng beieinander liegen die beiden jedenfalls nach der ersten Wahl: Fischer errreichte 35 Prozent, Heuer 31,6 Peozent. 23,2 Prozent der insgesamt 19812 Stimmen, die einer Wahlbeteiligung von 23,2 Prozent entsprechen, entfielen auf den Einzelbewerber Jens Mommsen, 8,8 Prozent auf Dirk Musfeldt von den Grünen und 1,5 Prozent auf Stefan Dammann. Jetzt liegen vor Fischer und Heuer, die beide Befürworter eines neuen Schwimmbades sind, noch einmal drei intensive Wahlkampfwochen. Gerade im Westen der Stadt haben sie viele Stimmen verloren; hier hatte Jens Mommsen die Nase teilweise recht deutlich vorn. Gerade in Godshorn knöpfte er den den beiden Kandidaten der beiden großen Parteien viele Stimmen ab.
Was die Themen angeht, liegen die beiden Bewerber nicht weit voneinander entfernt, etwa in Sachen Schwimmbadneubau oder auch Stadtentwicklung. Was spricht nun also für den einen oder für den anderen. Bürgermeister Friedhelm Fischer wirft seine 25-jährige Erfahrung im öffentlichen Dienst in die Waagschale, setzt vor allen Dingen auf seine Führungserfahrung. Zudem brauche die Stadt jetzt Kontinuität, die mit einem neuen Verwaltungschef nicht gegeben sei. Der verfüge obendrein nicht über die Ratsmehrheit. Herausforderer Heuer dagegen setzt auf eine neue "Kultur" im Rathaus, will Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr mitnehmen und darauf hinarbeiten, dass sie sich mit ihrem Arbeitgeber identifizieren. Für ihn ist wichtig, dass am Ende eines Prozesses Ergebnisse stehen: eben "geht, wenn..." statt "geht nicht, weil...".Ob und wem die Mommsen-Wähler in der Stichwahl ihre Stimme geben, ist völlig offen – eine große Unbekannte in der Stichwahl. Gerade in Godshorn, wo 38,7 Prozent der Stimmen auf den Einzelbewerber entfallen waren. Sicher ein Hauptgrund: Mommsen hatte in den vergangenen Wochen vor der Wahl damit geworben, den Bau des neuen Schwimmbades verhindern zu können. Sowphl Ortsbürgermeister Willi Minne (SPD) als auch die Godshorner CDU-Vorsitzende Ute Biehlmann-Sprung wollen "ihre Wähler jetzt zur Stichwahl zurückholen". Was die anderen beiden westlichen Ortsteile in der Stadt angeht, so hatte Mirko Heuer hier die Nase vorn: In Engelbostel gaben ihm 34,8 Prozent der Wählerinnen und Wähler ihre Stimme, 29,4 Prozent votierten für Fischer und 29,3 Prozent für Mommsen. In Schulenburg siegte Heuer knapp mit 30,2 Prozent vor Fischer und Mommsen (jeweils 29,3 Prozent). Im Norden der Stadt stimmten die meisten Bürgerinnen und Bürger für den Amtsinhaber: In seinem Heimatort Krähenwinkel gewann Fischer mit 38,4 Prozent vor Mirko Heuer (29,8 Prozent), Kaltenweide lautete das Ergebnis: Fischer 34,7 Prozent, Heuer 30,3 Prozent. Grünen-Kandidat Dirk Musfeldt, der hier zu Hause ist, erreichte mit 11,8 Prozent sein einziges zweistelliges Ergebnis.
„Als parteifreier Einzelkandidat kann ich mit dem Wahlergebnis sehr zufrieden sein“, sagte Mommsen direkt nach Auszählung, 23,2 Prozent der Stimmen – das sei eine Bestätigung seines bisherigen Engagements im Rat. „Daher werde ich meinen Weg konsequent weitergehen, Missstände aufzeigen und mich für Verbesserungen einsetzen“, kündigt er an. Bei der nächsten Bürgermeisterwahl in sieben Jahren antreten will der 50-Jähreige allerdings nicht, dann sei er eindeutig zu alt. Zunächst einmal ist der Fokus auf Heuer und Fischer gerichtet, die sich gegenseitig einen "fairen Wahlkampf" zugesagt haben. Es gelte für beide, noch einmal die letzten Kräfte zu mobilisieren. Vor allen Dingen Hausbesuche und Infostände seien angesagt. Eine offene Empfehlung für die Stichwahl gibt es noch von keinem der unterlegenen Kandidaten.
Als „Auftakt für die nächste Kommunalwahl“ ordnet FDP-Kandidat Stefan Dammann seinen Bürgermeisterwahlkampf ein, quasi aus dem Nichts heraus habe die Partei wieder auf sich aufmerksam gemacht. Engagieren will er sich weiterhin mit Fachkompetenz, „das geht auch als Bürger, ohne Ratsmandat“, verspricht er.