Beim Tanz im "Ponnyhof" war's dann passiert

Haben auch schwierige Phasen im Leben gemeinsam gemeistert: Margarete und Horst Mägel.Foto: O. Krebs

Margarete und Horst Mägel feierten jetzt goldene Hochzeit

Langenhagen (ok). Er kommt aus St. Andreasberg im Oberharz und von daher passt die Metapher recht gut: Für Horst war es ein steiniger Weg, bis er mit seiner Margarete zusammenkam. Denn der Schwiegervater, ein Akademiker, war nach Aussage Horst Mägels zuerst gar nicht erbaut darüber, wie der Tischler es wagen konnte, seiner Tochter Avancen zu machen. „Später sind wir aber gute Freunde geworden“, so Mägel versöhnlich. Dass er seine Frau, mit der er am vergangenen Freitag das Fest der goldenen Hochzeit feierte, überhaupt kennen lernte, daran ist seine Schwägerin Ingrid Utzerath nicht ganz unschuldig. Margarete Mägels Schwester arbeitete 1961 im Tanzlokal „Ponnyhof“ in St. Andreasberg als Wirtschafterin, machte ihrer Schwester den feschen Horst schmackhaft. Die zwei verliebten sich ineinander und heirateten schon im Jahr darauf. Schnell kam der Nachwuchs, innerhalb von fünf Jahren erblickten drei Mädchen und ein Junge das Licht der Welt. Heute zählen noch sechs Enkelkinder im Alter von 17 bis 21 Jahren zur Familie. Der ganze Stolz von Margarete Mägel, geborene Horneber, die sich in all den Jahren um Kinder, Enkelkinder und Haushalt gekümmert hat. Horst – er denkt gern an seinen zweijährigen beruflichen Auslandsaufenthalt in Schweden zurück – war überwiegend für das Geldverdienen zuständig, aber es gab auch eine Phase im Leben, in der es beruflich bei ihm nicht so gut lief, er wegen einer Allergie seinen Beruf aufgeben musste. Und damals zahlte es sich aus, dass Margarete den Beruf der Damenschneiderin erlernt hatte, konnte sie doch in Heimarbeit die sechsköpfige Familie über Wasser halten. 1970 ging's dann beruflich wieder bergauf. Horst Mägel, der sich inzwischen fortgebildet hatte, bekam einen sicheren Job im Staatshochbauamt. Am Ende des Berufslebens hieße es dann umdenken für den Hobby-Modellbauer Horst Mägel, denn still herumzusitzen ist einfach nicht das Ding des 75-Jährigen. Und auch seine Frau Margarete bestätigt: „Ich war froh, als er wieder was um die Ohren hatte, sonst geht er mir auf den Geist.“ Und der Senior engagiert sich an vielen Fronten: Seit sechs Jahren engagiert sich Horst Mägel im Seniorenbeirat, war federführend an der Einrichtung des Mehrgenerationenbewegungsparks im Eichenpark beteiligt – ein Projekt, das in ganz Niedersachsen für Furore gesorgt hat. Darüber hinaus mischt Mägel noch bei den Liberalen Senioren mit und kümmert sich um die erfolgreiche Konzertreihe „Opera Mobile“ im Forum. Und nicht zu vergessen ist eine Seite Horst Mägels, die vielleicht noch nicht so viele von ihm kennen: Als vom Gericht bestellter Betreuer hilft Mägel zwei Menschen im Alltag, die am Rande der Gesellschaft stehen. Seine Frau Margarete liebt ihre Rolle, findet es gut, dass ihr Mann mehr in der Öffentlichkeit steht als sie. Ihre Erfüllung ist die Familie und jetzt, da die Enkelkinder schon größer sind und die Oma nicht mehr so oft brauchen, findet sie auch mehr Zeit für sich selbst.