Beim Tanzen hat es kräftig gefunkt

Das gemeinsame Schicksal hat sie zusammengeführt: Gundula und Siegfried Werner. (Foto: D. Lange)

Gundula und Siegfried Wiener sind 60 Jahre verheiratet

Langenhagen (dl). Fast könnte man sagen, ein gemeinsames Schicksal hat die beiden Jubilare zusammengeführt. Siegfried Wiener ist in Schlesien geboren und seine Frau Gundula in Pommern. Beide sind sie gegen Ende des Krieges aus ihrer ehemaligen Heimat vertrieben worden und auch danach sind sie sich schon sehr nahe gekommen. Ihr Weg führte sie zunächst an die Weser, wo sie nicht weit voneinander wohnten. Siegfried Wiener in Landesbergen und seine spätere Frau nur wenige Kilometer flussaufwärts in Stolzenau. „Willkommen waren wir damals aber nicht, obwohl wir Deutsche waren. Für die Anderen waren wir nur die Flüchtlinge, eben die 'Polacken'", sagt Siegfried Wiener über seine erste Zeit in der neuen Heimat. Wirklich kennengelernt haben sich Siegfried und Gundula erst 1953 beim Tanzen in Stolzenau. Sie war 16 und er war 18. Gundula Wiener erinnert sich: „Diese Tanzveranstaltungen oder Sportfeste waren damals die einzigen Möglichkeiten, sich zu treffen, vor allem, wenn man tanzen wollte.". Als sie zwei Jahre später heirateten, brauchte Gundula noch die offizielle Genehmigung ihrer Eltern, denn sie war ja noch nicht volljährig. Auf ihre eigene Wohnung mussten die beiden Frischvermählten zu diesem Zeitpunkt allerdings noch warten, obwohl Gundula Wiener bereits mit ihrem ersten Kind schwanger war. Das ergab sich erst später. In Stolzenau fanden sie eine kleine Wohnung, die ihr erstes Zuhause wurde, bevor sie 1959 nach Langenhagen zogen. Siegfried Wiener arbeitete seinerzeit schon in Hannover und kam nur am Wochenende nach Stolzenau in die gemeinsame Wohnung. Unter der Woche war er in ganz Norddeutschland zumeist auf Montage im Rohrleitungsbau unterwegs. Die Wieners haben zwei Kinder – eine Tochter und einen Sohn – dazu zwei Enkelkinder und sie sind mittlerweile sogar zweifache Urgroßeltern.