Bekommen Ausländer viel Besuch?

Skurrile Diskussion um Asylbewerber in Engelbostel

Engelbostel (ok). Ein bisschen kamen sich einige Ratsmitglieder und Verwaltungsmitarbeiter wohl vor wie in "Asterix und Obelix". Das "kleine gallische Dorf", das sich gegen eine Invasion der Römer wehrt, heißt in diesem Fall Engelbostel. Zur Erklärung dieses nicht ganz ernst gemeinten Vergleichs: Seit Jahresbeginn sind in ganz Langenhagen 260 Asylbewerber und Flüchtlinge untergebracht worden, 200 kommen wohl bald noch hinzu. Die Situation wird immer dramatischer. Auch in Engelbostel hat die Verwaltung ein geeignetes Objekt in der Straße "Gosewischs Garten" in einem Reihenhaus angeboten bekommen, aber die Nachbarn und auch Teile des Ortsrates wehren sich mit Händen und Füßen gegen den Verkauf. Ausländerfeindlich sei sie definitiv nicht, aber zehn Leute in einem Haus sei einfach zu viel. Ausländer bekämen bekanntermaßen immer viel Besuch, und die Haustür klappe dann zigmal. Und die dünnen Wände seien eben sehr hellhörig. Und man stelle sich mal vor, ein Feuer breche aus. Die Holztreppen stellten dann eine große Gefährdung für die Bewohnerinnen und Bewohner dar, schließlich seien die der deutschen Sprache gar nicht mächtig, Und überhaupt: Würde die Stadt denn die "Wertminderung" ihrer Häuser gegenfinanzieren, wenn nebenan Flüchtlinge einzögen? Ratsherr Wilhelm Behrens richtete in der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses den Appell an die Bewohner, die eigenen Interessen zurückzustellen und musste sich daraufhin anhören, er könne die Flüchtlinge doch in der Nachbarschaft aufnehmen. Engelbostels Ortsbürgermeisterin Gudrun Mennecke – im Ortsrat war der Antrag mehrheitlich abgelehnt worden – kann die Ängste der Anwohnerinnen und Anwohner nachvollziehen, hofft, dass sie sich im Nachhinein als unbegründet herausstellen werden. Nicht akzeptieren kann sie allerdings die Position: "Das kommt für uns nicht infrage."