Besondere Ehrung für Hans Dieter Bader

Hans-Dieter Bader präsentiert vor einer Fotowand mit unzähligen Erinnerungen seine jüngsten Auszeichnungen. Foto: K. Raap

Gottlob-Frick-Medaille für Langenhagener Kammersänger

Langenhagen (kr). „Das Präsidium der Gottlob-Frick-Gesellschaft verleiht in Anerkennung und Würdigung der großen Verdienste im Bereich des Opernschaffens die Gottlob-Frick-Medaille an Kammersänger Hans Dieter Bader“; mit dieser in einer Urkunde festgehaltenen Auszeichnung kehrte jetzt der Langenhagener Tenor von einem hochinteressanten Treffen in Mühlacker und Ölbronn-Dürrn im Bundesland Baden-Württemberg zurück. Das Ziel der veranstaltenden Gesellschaft ist es dort, das künstlerische Schaffen des großen deutschen Bassisten Gottlob Frick und das Andenken an sein Leben und Wirken zu erhalten. Aus diesem Anlass findet alljährlich in Mühlacker ein Galakonzert statt unter dem Motto „Junge Sänger – glänzende Arien“, verbunden mit einem bunten Künstlertreffen aus der Opernbranche. Hans Dieter Bader gehörte zu den Ehrengästen dieser Veranstaltung.
Gottlob Frick wurde 1906 in der kleinen Gemeinde Ölbronn geboren und wuchs dort als jüngstes von 13 Kindern auf. Seine außergewöhnliche Bassstimme fiel früh auf und er schaffte schnell den Weg in die Opernhäuser. So sang er beispielsweise in Dresden alle wichtigen Basspartien. Seine beispiellose Karriere führte ihn auch auf die großen Bühnen in Bayreuth, London, New York und Wien. Als er 1994 starb, wurde er in seinem Heimatort Ölbronn beigesetzt. Sein Wirken wurde mit einer besonderen Gedächtnisstätte gewürdigt.
Dass Hans Dieter Bader nach seiner bewegten jahrzehntelangen Karriere jetzt in Baden-Württemberg viele prominente ehemalige Weggefährten wiedertraf, lag auf der Hand. Der 1938 geborene Künstler studierte in seiner Heimatstadt Stuttgart Gesang und erhielt dort auch sein erstes Engagement. Dem ersten Preis bei einem Musikwettbewerb in dieser Stadt folgten Verpflichtungen nach Braunschweig und Münster. 1965 wechselte er an die Niedersächsische Staatsoper Hannover, wo er als festes Ensemblemitglied in großen Partien des deutschen und italienischen Heldentenors zu hören war, und 1981 mit dem Titel Kammersänger ausgezeichnet wurde. Sein Gesamtrepertoire umfasst 90 große Partien in verschiedenen Sprachen. Gastspiele führten ihn als Solist auch an die Mailänder Scala und in viele weitere bedeutende internationale Konzertsäle. Auch Rundfunk und Fernsehauftritte sowie Schallplatten und CDs gehörten zu seinen künstlerischen Aktivitäten. Auf seinen vielen Konzertreisen ins Ausland, unter anderem auch mit Ernst Müller, zeigte Bader immer wieder Einsatz und Interesse für den interkulturellen Austausch und die Förderung talentierter junger Musiker. Mit einer Dozentur nach Hanoi trug er ganz erheblich dazu bei, dass das dortige Opernhaus wiedereröffnet wurde. Für sein vielfältiges soziales Engagement, verbunden mit vielen Benefiz-Konzerten, erhielt er 1996 das Bundesverdienstkreuz am Bande. Seit 1966 ist der Sänger mit Ulla Bader verheiratet. Das Ehepaar lebt seit vielen Jahren in Langenhagen-Schulenburg.