Bewegung und Beständigkeit in Kaltenweide

Festumzug: Die Kaltenweider Schützen sind wieder am Zellerieplatz angekommen. (Foto: O. Krebs)
 
Machte seinen Job beim Schützenkönig Martin Seeßelberg richtig gut: Scheibenkieker Jan Hülsmann. (Foto: O. Krebs)

Schützenfest stärkt Dorfgemeinschaft im Norden Langenhagens

Kaltenweide (ok). Schützenvereine haben es in der heutigen Zeit nicht leicht, die Mitglieder schwinden von Jahr zu Jahr. Doch halt: Im Norden Langenhagens gibt es ein gallisches Dorf des Schützenwesens, das läuft alles anders. Der Schützenverein Kaltenweide – mit mehr als 300 Schützinnen und Schützen ohnehin schon größter Verein in der Flughafenstadt – hat aktuell einen Mitgliederzuwachs von 1,5 Prozent netto zu verzeichnen; die Sportschützen sind äußerst erfolgreich, mit dem Young Spirit Orchestra (YSO) verfügen die Schützen über ein starkes eigenes Orchester. Läuft so zu sagen. Und das wurde auch wieder beim traditionellen Schützenfest zu Pfingsten deutlich. Bei strahlendem Sonnenschein war das Zelt an den Abenden brechend voll, gerade die neue Band „Die Jetlags“ zog am Sonnabendabend Jung und Alt auf den Festplatz an der Zellerie. Und auch an den Fahrgeschäften der Familie Musiolek herrschte reichlich Betrieb. Für die Schausteller war das 115. Schützenfest in Kaltenweide auch ein besonderes – 40 Jahre sind sie schon in Kaltenweide dabei; die beiden Geschäftsführer Wilhelm „Teddy“ und Ingo Musiolek sind für ihr Engagement und die langjährige gute Geschäftsbeziehung vom Vorsitzenden Axel Siebert beim Katerfrühstück mit jeweils einem Präsentkorb bedacht worden. Beim traditionellen Treffen im Festzelt am Pfingstmontag machte Bürgermeister Mirko Heuer, dass es der Schützenverein Kaltenweide schaffe, der Falle zwischen Tradition und Moderne zu entgehen. Nicht zuletzt auch mit Hilfe der sozialen Medien. So seien es im Monat durchschnittlich 1.200 User, die auf die Facebook-Seite zugreifen. Vereine müssten sich bewegen, aber auch beständig sein. Und neue Ideen seien gefragt. Eine wurde gleich beim Schützenfest in die Tat umgesetzt. Maja-Christin Falkenberg und Samatha Schuppan hatten die Idee der Tombola „Rettet unsere Zukunft“, kümmerten sich um rund 650 Preise. Die Einnahmen der Tombola sind als Eigenanteil für den geplanten Umbau des Schießstandes gedacht. Zum Katerfrühstück gehören auch diverse Ehrungen und Auszeichnungen für schießsportlichen und ehrenamtlichen Einsatz sowie langjährige Mitgliedschaften. Exemplarisch seien hier die Dengler-Scheibe für Mandy Herrmann, das Niedersachsenross für Jörg Engel, der Ortsratspokal für Wilfried Ohlendorf und der Schützentaler für Eric Rehwinkel genannt. Die silberne Präsidentennadel bekam Werner Wilkening, Ehrenmitglied des Schützenvereins Kaltenweide, dessen Schwiegersohn Martin Seeßelberg in diesem Jahr Schützenkönig ist. Am Osterberg nagelten die Schützen dann auch am Sonntag die Scheibe, wobei sich Scheibenkieker Jan Hülsmann mit einer launigen Rede hervortat.
Fehlen durfte auch nicht der Wettkampf zwischen Schützenverein und Feuerwerhr am Montagnachmittag, bei dem es diesmal um die Spiele „Jenga“ und „Schiffe versenken“ ging. Allerdings in einer verschärften Variante: Die Holzstäbe mussten mit einem Hydraulikzylinder vorsichtig herausgedrückt werden, und beim „Schiffe versenken“ war Geschicklichkeit mit der Armbrust gefragt. Am Ende trennten sich Feuerwehr und Schützenverein schiedlich friedlich Unentschieden. Fazit: Jung und Alt feierten zusammen, das Schützenfest ist für den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft aus Kaltenweide nicht wegzudenken.