Biker machten Station in Godshorn

Nach der Spendenübergabe (von links): Ralf Kloos (Präsident von Wärters Ächte), Detlef Mauritz (Mitarbeiter des Kinderhospiz Löwenherz ), Ortsbürgermeister Willi Minne und Jugendfeuerwehrwart Tim Bogorell. (Foto: C. Wurm)

Bundestreffen der Motorradvereine der Justiz

Godshorn (cow). Vor acht waren sie schon einmal alle gekommen. Jetzt wurde es Zeit für ein erneutes Biker-Treffen der motorradinteressierten Justiz- und Polizeiangehörigen und ihrer Angehörigen in der Region Hannover. Für vier Tage bezogen die rund 500 leidenschaftlichen Biker, die sogar aus Österreich und Dänemark anreisten, ihr Quartier im Godshorner Freibad. Die bundesweiten Motorradtreffen der Justiz gibt es seit dem Jahr 2000. Abwechselnd richtet eine andere Justizvollzugsanstalt die Biker-Zusammenkunft aus und stellt ein buntes Programm mit Ausflügen, Verpflegung und Partyzelt auf die Beine. Ralf Kloos ist Präsident des Motorradvereins der Justiz in Hannover „Wärters Ächter Hannover e.V.“ und hat die Veranstaltung mit organisiert: „Wir treffen uns einmal im Jahr mit Kollegen der Justiz, um uns über die Arbeit auszutauschen, aber insbesondere geht es allen natürlich um den Spaß am Motorradfahren.“ Bei bestem Wetter machten die Teilnehmer Touren ins Weserbergland und zum Steinhuder Meer, um tagsüber die Umgebung zu erkunden.
Sind die Motorradfahrer in einer Gruppe unterwegs und tragen dazu noch ihre schwarze Lederkutte, ist bei Außenstehenden oft noch ein „Rocker-Klischee“ behaftet. „Kehren wir in einem Café ein, machen viele einen Bogen um uns und räumen die Tische. Das ist schade“, erzählt Manuel Gronde, Kassierer bei Wärters Ächte. Klischee hin oder her, die Teilnehmer des diesjährigen Bundestreffen haben auf ihrer Station in Godshorn zum zweiten Mal gezeigt, dass es bei ihren Treffen keine Streits gibt und sich alle Teilnehmer diszipliniert verhalten. Die Biker möchten auch ein anderes wichtiges Thema in den Fokus rücken und zeigen daher mit Ansteckern an ihren Kutten, dass sie den Verein „Biker Against Childporn & Abuse e.V.“ (B.A.C.A.A.) unterstützen. Dieser war auf dem Parkplatz des Schwimmbades mit einem Stand vertreten, um auf das Thema Missbrauch von Kindern und Kinderpornografie aufmerksam zu machen und die Mauer des Schweigens zu zerbrechen. Der B.A.C.A.A. unterstützt Projekte und Einrichtungen, die sich um die Prävention und Nachsorge von Kindern und Jugendlichen beziehungsweise Opfern des Missbrauchs kümmern.
Am vergangenen Sonnabend um 16 Uhr trafen sich die Motorradfreunde noch einmal zu einem einstündigen 30 Kilometer langen Korso rund um Langenhagen. Einen Teil des Eintritts spenden die Biker bei ihren Bundestreffen immer an ortsansässige Vereine oder Organisationen aus der Region. Bei der Spendenübergabe im Festzelt am Samstagnachmittag konnte Ralf Kloos vor seinen Kollegen stolz bekanntgeben, dass in diesem Jahr insgesamt 3.500 Euro zusammengekommen waren. Hiervon gingen 2.000 Euro an die Jugendfeuerwehr Godshorn, die sich von dem Geld eine Jugendfreizeit finanzieren möchte und 1.500 Euro an das Kinderhospiz Löwenherz in Syke. Abschließende Grußworte gab es auch von Ortsbürgermeister Willi Minne, der das Schwimmbad gerne für das Biker-Treffen zur Verfügung stellte.
Das Partyzelt machte seinem Namen alle Ehre und bot den Besuchern mit den Livebands „Borderline“ und „The Sidekicks“ beste musikalische Unterhaltung und einen gebührenden Abschluss der Veranstaltung, bevor sich die Biker am Sonntagmorgen wieder auf ihren Motorrädern, Trikes und Quads auf in die Heimat machten.