„Bis Geduldsfaden reißt?“

Fußgängerampel auf Prüfstand

Engelbostel (gg). „Wer in Engelbostel wohnt und das Dorf zu Fuß oder mit dem Rad über die beampelte Kreuzung Hannoversche Straße/Langenhagener Straße verlassen oder auch erreichen möchte, wird beim Lesen dieser Zeilen vielleicht verständnisvoll nicken“, schreibt eine ECHO-Leserin an die Redaktion. Das tägliche Objekt des Ärgernisses sei eine Fußgänger-Ampel, die leider so geschaltet sei, dass sie nicht automatisch auf Grün springt, wenn für die Fahrbahn „Hannoversche Straße“ Grün gilt. „Das passiert leider erst, wenn sich ein Mensch findet, der auf den Ampeldrücker drischt. Ein leichtes Drücken funktioniert leider nicht immer“, schreibt die Leserin. Die lange Wartezeit auf Grün frustriere, der Geduldsfaden reiße.
Auf ECHO-Anfrage lässt die Stadtverwaltung wissen, dass sie für diese Ampel nicht zuständig sei. Dennoch sei aufgrund der Anfrage ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung vor Ort gewesen und habe den Sachverhalt überprüft. Die Taste für die Grün-Anforderung durch Fußgänger sei einwandfrei in Ordnung gewesen. „Die Wartezeiten nach Anforderung bis zum Grün der Fußgänger lagen zwischen etwa sechs Sekunden und maximal etwa 60 Sekunden (im Schnitt also bei etwa 30 Sekunden), je nach Anforderungszeitpunkt. Diese Wartezeiten entsprechen den Vorgaben zur Signalisierung von Knotenpunkten, können allerdings von den Verkehrsteilnehmern unterschiedlich wahrgenommen werden“, so das Ergebnis der Überprüfung.
Richtig sei, dass Fußgänger und Radfahrer, die die Langenhagener Straße überqueren wollen, nur auf Anforderung Grün bekommen. Der Hintergrund ist folgender: An stark befahrenen Kreuzungen werden die Verkehrsströme in Haupt- und Nebenrichtungen unterteilt. Die Schaltung der dort stehenden Ampelanlagen wird dann so berechnet, dass allen Verkehrsteilnehmern sämtlicher Verkehrsströme (Fußgängern, Radfahrern und Kraftfahrzeugführern) eine angemessene und ausreichende Zeitlücke zur Überquerung des Knotenpunktes bei angemessener Wartezeit zugeteilt wird. „Eine Möglichkeit zur Optimierung des Verkehrsflusses (Leistungsfähigkeit) ist die parallele Grün-Signalisierung für Fußgänger/Radfahrer der Hauptrichtung und die Grün-Signalisierung auf Anforderung für Fußgänger/ Radfahrer der Nebenrichtung – dieses Mittel zur Optimierung werde offenbar an der Kreuzung Hannoversche Straße und Langenhagener Straße angewendet.
Eine parallele Grün-Signalisierung für Fußgänger/ Radfahrer der Nebenrichtung würde vermutlich den Verkehrsfluss des Knotenpunktes entscheidend herabsetzen.