Blindgänger wird geborgen

Sprengmeister Jürgen Koppelmeyer entschärfte den Blindgänger.Fotos: C. Borschel

Reemtsma-Gelände: Bombenräumung verläuft reibungslos

Langenhagen (bo). Eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg sorgte am Donnerstag für unverhoffte Tagesplanänderungen vieler Langenhagener. Auf dem Reemtsma- Gelände in der Westfalenstraße fanden Bauarbeiter bei Erdarbeiten eine nicht gezündete Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Ab 16 Uhr wurde deswegen das Gebiet rund um die Fundstelle mit einem Radius von 1000 Metern abgesperrt. Rund 3.180 Leute mussten ihre Wohnungen unverhofft verlassen und fanden im Schulzentrum Unterkunft. Der Eisenbahnknotenpunkt "Langenhagen Mitte" wurde bis 17.30 Uhr, rund eine Stunde vor Beginn der Entschärfung, weiterbedient, der Pferdemarkt hingegen war ab 16 Uhr voll gesperrt. Der Flughafenzubringer A 352 musste lediglich für den Zeitpunkt der Entschärfung selbst komplett gesperrt werden. „Eigentlich wollte ich den Tag nutzen und Blumen im Gartencenter kaufen, das wird jetzt nichts. Aber das Wetter ist ja gut, dann gehe ich halt ein Eis am Zentrum essen“, nahm eine Rentnerin die Situation gelassen hin. Gelassen war auch die Stimmung in der Evakuierungsstelle in der Mensa des Schulzentrums. Die Johanniter Unfallhilfe brachten Bedürftige zur Stelle und sorgten vor Ort für Betreuung und Verpflegung. „Wir sehen das vollkommen unaufgeregt. Wir sind solche Situationen ja gewöhnt, von daher ist das fast schon Routine“, erklärte einer der Helfer. Anders als vor fast exakt einem Jahr, als mit 15000 evakuierten Menschen die größte Bombenräumung Niedersachsens anstand, blieb das Evakuierungszentrum diesmal relativ leer. Viele blieben an der frischen Luft oder verbrachten ihre Zeit im Stadtzentrum. „Die Wetterlage kommt uns natürlich entgegen“, erklärte Polizei Pressesprecher Manfred Pätzold. Gleichzeitig bedankte er sich bei allen Beteiligten: „Die Ehrenamtlichen haben wieder ganze Arbeit geleistet. Das war logistisch eine Herausforderung, die gut angenommen und bewältigt wurde." In der Tat: Insgesamt waren unter anderem 200 Polizisten, 50 Johanniter und 40 Feuerwehrkräfte dafür zuständig, zu organisieren und für Sicherheit zu sorgen. Aber auch an die Anwohner ging ein Dank. „Dafür, dass es eine unangekündigte Ad-hoc-Aktion war, lief die Evakuierung sehr schnell und unkompliziert ab." Um 19.25 Uhr war die Bombe dann von Sprengmeister Jürgen Koppelmeyer entschärft worden. Er war zufrieden mit seiner Arbeit: „Die Größe der Bombe war nicht sonderlich schwerwiegend. Für Langenhagener Verhältnisse hatte sie eine vollkommen normale Größe." Die Bombe konnte im Übrigen vor Ort entschärft werden. „Außerdem habe ich sie per Raketenklemme entschärfen können“, erklärt Koppelmeyer. „Das bedeutet, dass ich es nicht per Hand machen musste. Mit Raketenklemme ist der Vorgang des Entschärfens sicherer." Um 19.30 Uhr konnten die Anwohner dann wieder in ihre Häuser zurückkehren. Übrigens: Geplant ist keine weitere Bombenentschärfung mehr in diesem Jahr – aber man kann ja nie wissen.