Blühende Landschaft realisiert

Edgar Schmidt-Nordmeier (von links), Peter Zanini, Christine Karasch und Holger Hennies überzeugten sich vom Erfolg der Naturschutzmaßnahme am Bauernpfad. (Foto: Region Hannover, Westphal)

Landwirt Edgar Schmidt-Nordmeier zeigte Ackerstreifen

Krähenwinkel (gg). „Die biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft hat sich deutlich verschlechtert“, so die Überzeugung von Christine Karasch, Umweltdezernentin in der Region Hannover. Zeichen für den Naturschutz zu setzen, sei daher ein Ziel der Regionsverwaltung. „Die Idee ist nicht neu, der Förderbetrag schon“, sagte sie bei einem Besuch auf dem Hof von Landwirt Edgar Schmidt-Nordmeier. Sein landwirtschaftlicher Betrieb ist einer von rund 90 in der Region Hannover, die freiwillig Blühstreifen parallel zu ihrem Acker- oder Grünland ermöglichen. Dem Prinzip nach erhalten die am Projekt teilnehmenden Landwirte von der Regionsverwaltung dafür eine Aufwandsentschädigung. Für das spezielle Saatgut entstehen ihnen keine Kosten. Seit Januar läuft der Aufruf zur Teilnahme, 90 Landwirte in der ganzen Region Hannover machen mit, in der Summe sind 120 Hektar zu Blühstreifen umgewandelt worden. „Die breiten Feldränder sind bei uns immer schon als Lebensraum erhalten und gepflegt worden“, erklärt Edgar Schmidt-Nordmeier im Gespräch. Fachlich gut durchdacht sei das neue Projekt der Regionsverwaltung, die Kooperation mit dem Landvolk und der Stiftung Kulturlandpflege bringe Unterstützung. Daher habe er mitgemacht, bringt zwei Hektar ein. „Wir Landwirte sind so. Ich glaube, Eigenheimbesitzer würden sich schwertun, ein Stück von ihrem Rasen im Garten dem Naturschutz zu widmen und Wildwuchs stehen zu lassen, aber das ist ein anderes Thema“, ergänzt er. Mit Freude habe er gesehen, dass das Blühstreifen-Saatgut aufgegangen ist, obwohl die extreme Trockenheit dagegen stand. Davon überzeugten sich vor Ort nicht nur Christine Karasch, sondern auch Sonja Papenfuß, Fachbereichsleiterin in der Regionsverwaltung, sowie Peter Zanini, Geschäftsführer der Stiftung Kulturlandpflege, und aus dem Landvolk-Vereinsvorstand Volker Hahn und Holger Hennies. Auch Hans-Jürgen Jagau, Landwirt aus der Nachbarschaft und Stadtheimatpfleger, kam zum Gespräch gerne dazu. Er betreibt ein Tagfalter-Monitoring und hat besondere Funde in Krähenwinkels Feldrändern dokumentiert. Volker Hahn bestätigte das Interesse der Landwirte am neuen Projekt: „Statt der statischen EU-Projekte ist dies eine Maßnahme auf kurzen Wegen.“ Holger Hennies ergänzte: „Klar ist, dass die Landwirte nicht Schuld an dem Rückgang der Artenvielfalt sind, aber sie haben eine Beteiligung.“ Ohne Misstrauen, aber mit regionaler Kontrolle werde der Erfolg der Blühstreifen begleitet, so der Hinweis von Peter Zanini. Ziel der Stiftung Kulturlandpflege sei, zu einer Fortsetzung zu kommen. Auch in den nächsten Jahren soll es ein entsprechendes Budget im Regionshaushalt geben. Christine Karasch bestätigte, dass entsprechende Beträge von der Regionsverwaltung in den Haushaltsplan eingestellt und den politischen Fraktionen zum Beschluss vorgeschlagen werden.