Breitband-Initiative auf der Zielgerade

Aktiv für schnelles Internet: v. L. Erich Lohse, Helma Spöring, Björn Gehrs, Stefan Dreesmann und Heinz Plesse. (Foto: Foto: DSL-Initiative)

Enormes Interesse bei Informationsveranstaltung zu DLS in Lindwedel

Lindwedel. Ein voller Saal - über 70 Zuhörer haben sich am Mittwoch trotz verschneiter Wege und Schneesturm zur Infoveranstaltung der "DSL-Initiative für die Samtgemeinde Schwarmstedt" aufgemacht, um weitere Informationen zum DSL-Ausbau in der Samtgemeinde zu erhalten.  Initiator Björn Gehrs aus Buchholz berichtete über die zahlreichen Aktivitäten der Initiative, die bereits seit einem Jahr die Intere-ssen der Samtgemeindebürger für einen schnellen Internetanschluss vertritt. Schnelles Internet gehört nach seiner Meinung zur unverzichtbaren Infrastruktur, die bei der Vermarktung von Baugebieten oder Gewerbeansiedlungen und der damit verbundenen Schaffung von Arbeitsplätzen ausschlaggebend sein kann.  Mit  Kreisrätin Helma Spöring, dem Walsroder Telekommunikationsunternehmer Heinz Plesse und Dr. Stefan Dreesmann aus Gilten war das Podium hochkarätig besetzt. Das vielfältige Engagement zahlt sich nun aus, denn weitere Maßnahmen zur Verbesserung des DSL-Angebots stehen unmittelbar vor ihrer Umsetzung. Bereits fest steht, dass  in der Gemeinde Gilten der Ausbau kommt und dies sogar ohne jegliche staatliche Fördergelder. Möglich wurde dies durch den enormen Zusammenhalt und das bürgerschaftliche Engagement, wie Dr. Stefan Dreesmann berichtete. Durch eine gemeinsame Aktion der Bürger in der Gemeinde Gilten konnten so viele DSL-Anträge gesammelt werden, dass nun der Ausbau für die Telekom wirtschaftlich ist. Er soll in der Gemeinde Gilten bis zum Ende des dritten Quartals erfolgen, berichtet der Walsroder Telekommunikationsunternehmer Heinz Plesse, der auch über die technischen Voraussetzungen für eine Breitbandversorgung informierte. Er rät allen Beteiligten auf Lösungen zu setzen, die ausbaufähig sind und eine hohe Bandbreite ermöglichen. Dies ist insbesondere beim Ausbau von neuen Kabelverbindungen gewährleistet. Mobiles Internet, UMTS und DSL über Satellit sind nach dem derzeitigen technischen Stand in vielen Fällen eher eine Übergangslösung.
Große Hoffnungen setzen insbesondere die Lindwedeler, aber auch Buchholzer und Marklendorfer  in die Aktivitäten der Breitband-Initiative. Kreisrätin Helma Spöring, die sich mit viel Engagement für schnelles Internet auf dem flachen Land einsetzt, kann auf zahlreiche Aktivitäten des Landkreises  verweisen, der auf diesem Gebiet eine Vorreiterrolle einnimmt. Im Kreis besteht großer Handlungsbedarf, denn allein in Soltau-Fallingbostel haben 18.000 Haushalte kein DSL oder weniger als 1.000 kbit/s. 16 Millionen Euro würde eine flächendeckende Glasfaserverkabelung im Landkreis kosten. Zur Verfügung stehen rd. 4 Millionen Euro als Fördermittel für den "Heide-Cluster" aus dem Konjunkturprogramm und weitere Förderprogramme.
Der Hauptbetrag soll aber aus Eigenmitteln der Netzbetreiber aufgebracht werden, die auch von dem Erfolg letztlich wirtschaftlich profitieren, so dass die Voraussetzungen für einen weiteren Ausbau günstig sind.  Wichtiges Kriterium ist auch hier ein nachhaltiger Ausbau der auch für die Zukunft hohe Bandbreiten ermöglicht, denn mit technischer Entwicklung steigen auch die Anforderungen an Internetanbindungen. Für diesen Ausbau in Soltau-Fallingbostel beworben haben sich die drei großen Netzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und EWE-Tel - eine Tochter des Energieversorgers EWE, der im Nordkreis stark vertreten ist. Die Anbieter setzten hier auf unterschiedliche technische Lösungen: Vodafone auf eine Netz- und Funklösung, die Telekom bietet einen Ausbau in Teilgebieten an und EWE-Tel hat ein Gesamtkonzept erstellt, das das Kreisnetz mit einschließt, das alle Rathäuser im Landkreis untereinander mit Breitband von 100 Mbit vernetzen soll. Endgültige Gewissheit bringt  die Zuschlagserteilung, die sich zwar auch aufgrund einer notwendigen EU-weiten Ausschreibung verzögert hat, nun aber in die Zielgerade einbiegt und Ende Februar / Anfang März abgeschlossen wird. Dann stehen Orte und der Zeitpunkt des Ausbaus der schnellen Internetverbindungen fest, wobei Funklösungen wie UMTS bereits vorher an den Start gehen. 
Bürger, die einen schnellen Internetanschluss haben möchten,  haben dann die Möglichkeit anhand aller Fakten ihren Betreiber auszuwählen, bevor sie sich für 24 Monate neu binden. Damit sie bei dieser Entscheidung nicht auf sich alleine gestellt sind verständigten sich die anwesenden Bürger auf Vorschlag von Björn Gehrs darauf, dass die DSL-Initiative  in rund sechs Wochen  Anbieter einlädt und diese dann ihre Lösungen und Zwischenlösungen  vorstellen. Laufend Informiert werden soll auch auf der Homepage der Initiative unter www.DSL-Initiative-Schwarmstedt.de, die auch einen Newsletter mit aktuellen Informationen bereithält.