Brenneke geht nach Oldhorst

Gehen das Projekt in Oldhorst an (von links): Marketingfachmann Ralph Wilhelm, Bauingenieur Markus Steiner und Geschäftsführer Peter Mank.Foto: O. Krebs
 
So soll der Neubau in der Gemeinde Burgwedel einmal aussehen.

Familienunternehmen plant neue Munitionsfabrik in der Gemeinde Burgwedel

Langenhagen/Oldhorst (ok). Sie wirkten und tüftelten 40 Jahre lang am Ilmenauweg eher im Verborgenen, obwohl sie der weltweit führende Hersteller von Munition bei so genannten Flintenlaufgeschossen sind. Jetzt bricht das Traditionsunternehmen Brenneke, das schon seit mehr als 100 Jahren existiert, seine Zelte in der Flughafenstadt allerdings ab und baut auf dem ehemaligen Munitionsdepot in Oldhorst in der Gemeinde neu. Das Gelände ist nach Aussage von Oldhorsts Ortsbürgermeisterin Bärbel Lübbe zuletzt zu einer „wilden Müllkippe“ verkommen, auf der sich allerlei „Gesocks“ herumgetrieben habe. Nicht zuletzt deshalb stünden die Oldhorsterinnen und Oldhorster dem Projekt positiv gegenüber. Bis zum Umzug kann es allerdings noch ein Weilchen dauern, zunächst einmal warten die Verantwortlichen auf grünes Licht des Gewerbeaufsichtsamtes, bevor der Bauantrag gestellt werden kann. Der Burgwedeler Bauausschuss hat nach Auskunft der Verantwortlichen am Dienstag sein o.k. gegeben. Mit dem Bau begonnen werden soll dann Anfang kommenden Jahres, der Umzug ist Ende 2012 geplant. „Wir wollen uns erweitern, und das war hier in Langenhagen mitten im Wohngebiet einfach nicht möglich“, erläutert Geschäftsführer Peter Mank den Schritt des Mittelständlers, der etwa 6,5 bis sieben Millionen Geschosse im Jahr produziert, die Projektile dabei selbst herstellt. Für das Projekt in Oldhorst sollen vier bis fünf Millionen Euro in die Hand genommen werden, darüber hinaus zwölf bis 13 neue Arbeitsplätze zu den bisherigen 16 dazukommen. Denn: Brenneke plant sich auch im Angebot zu erweitern, setzt in der neuen Munitionsfabrik nicht mehr nur auf Fertigung und Verwaltung. Auf einer 100 Meter langen Schießbahn wird die Qualitätkontrolliert, zum Beispiel,was Luftdruck und Präzision angeht. Drei Schießbahnen von 300, 100 und 50 Meter Länge solllen der Forschung und Entwicklung neuer Geschosse dienen, außerdem laufen dort dann regelmäßig Schulungen und Seminare für Großhändler und Endverbraucher wie etwa Jäger. Gebäude und Grundstück in Langenhagen sollen dann zu gegebener Zeit verkauft werden. Geschäftsführer Peter Mank ist sehr optimistisch, was die Zukunft des Unternehmens angeht: „Das ist für uns ein Aufbruch zu neuen Ufern. Dann haben wir vom Rohmaterial bis zum fertigen Produkt alles unter einem Dach’“, freut sich Mank. Der Markt für die speziellen Geschosse des Unternehmens, das in seiner langjährigen Geschichte nie Kriegsmunition hergestellt hat, ist ohnehin groß: Das Wild vermehre sich Jahr für Jahr so sehr, dass die Jäger – sie haben laut Mank einen gesetzlichen Auftrag – nicht mehr hinterherkämen. Die Bevölkerung müsse sich keine Sorgen machen, die Lärmbelästigung höre an der Grundstücksgrenze des 20 Hektar großen Geländes, das Brenneke dem kommunalen Entsorger aha abgekauft hat, auf; leerstehende Bunker sollen zur Lagerung von Munition genutzt werden. Wenn alles glatt geht, geht im kommenden Jahr eine Ära in Langenhagen zu Ende, vielleicht beginnt dann eine neue in der Gemeinde Burgwedel.