Brennesseln und Disteln neu bewertet

Die Naturkundler aus Langenhagen machten im Eichsfeld Strecke.

Naturkundler besuchten Gut Herbigshagen

Langenhagen. Die Naturkundliche Vereinigung (NVL) hat mit knapp 20 Teilnehmern den jährlichen Ausflug mit naturorientiertem Ziel absolviert. Nachdem das Quartier in dem Jugendgästehaus Duderstadt bezogen und ein kleiner Imbiss im Forsthaus Rote Warte eingenommen worden war, ging es weiter zum nahe gelegenen Gut Herbigshagen der Heinz-Sielmann-Stiftung. Dort wurde den Teilnehmern bei einer zweistündigen Führung das Gut gezeigt und alle Fragen zur Bewirtschaftung und Arbeitsweise des Gutes und der Stiftung beantwortet. Auf dem Gut wurde der Bauerngarten bewundert, aber auch die seltenen Haustierrassen, die dort gehalten werden. Besonders das Skuddenlamm “Thor” erweckte das Interesse der Teilnehmer, da es von seiner jungen und unerfahrenen Mutter nicht angenommen worden ist und jetzt von zwei "Freiwilligen im ökologischen Jahr" mit der Flasche groß gezogen wird. Bei den Skudden handelt es sich um eine kleine, aber zähe Schafsrasse, die auch Brennnesseln und Disteln nicht verschmäht. Am nächsten Morgen lockte bei strahlend blauem Himmel und unter fachkundiger Führung einer Ökologin eine Wanderung am grünen Band, dem ehemaligen Grenzstreifen, auf dem heute viele seltene Pflanzen und Tiere zu Hause sind, die sich dort ungestört entwickeln konnten. Nachmittags wurde das Grenzlandmuseum in Teistungen erkundet. Im Rahmen einer lebendig erzählten Führung erfuhren die Teilnehmer Interessantes aus dem Alltagsleben in unmittelbarer Nähe der innerdeutschen Grenze und zu den Grenzsperreinrichtungen. Am Folgetag wurden dann Insektennisthilfen auf dem Gut Herbigshagen für den eigenen Garten aus Lehm, Holz, Zweigen, Tontöpfen oder Bambusstäben gebaut. Das Gut Herbigshagen liegt in dem landschaftlich sehr reizvollen Eichsfeld und in der zum Gut gehörenden Kapelle hat der engagierte Tierfilmer und Naturschützen Heinz Sielmann seine letzte Ruhestätte gefunden. Am Nachmittag fand eine äußerst kurzweilige Stadtführung in Duderstadt statt, bei der Wissenswertes zu der Tabalugastiftung, dem Unternehmen Ottobock, den schönen Fachwerkhäusern, Türmen oder auch den in der Stadt aufgestellten Bronzeskulpturen erläutert wurde. Am Sonntag war bundesweiter Museumstag und in Ebergötzen konnten das Brotmuseum oder auch das Wilhelm Busch Museum besichtigt werden. In der Ebergötzer Mühle lebte Wilhelm Buschs Freund und dort hatte er zeitlebens eine eigene Kammer, die auch heute noch weitgehend im Originalzustand besichtigt werden kann, so der Bericht von Ulrike Winter-Rackuhr von der NVL.