Brennstoffzelle läuft in RKS

Manfred Schüle (links) und Mirko Heuer bei der Inbetriebnahme der Brennstoffzelle in der Robert-Koch-Realschule. (Foto: EPL)

Bürgermeister lobt Initiative der EPL

Langenhagen (gg). In der Robert-Koch-Realschule ist die Energie-Zukunft eingezogen, so die Mitteilung der Energie-Projektgesellschaft Langenhagen (EPL): eine kühlschrankgroße Brennstoffzelle steht im Keller und liefert rund um die Uhr höchst effizient Strom. Die EPL versorgt die Schule seit vergangenem Jahr mit Wärme. Bestandteil der Partnerschaft war bereits der Einbau einer neuen Kesselanlage. Auf der Suche nach Optimierung für die Energieversorgung der Schule stießen die Fachleute dann auf die Eigenstromversorgung mit einer Brennstoffzelle. Auch der nächste Schritt ist schon in Sicht: Noch für dieses Jahr plant EPL in der Robert-Koch-Realschule die Heizzentrale mit einem Blockheizkraftwerk zu ergänzen – hierdurch wäre es möglich, Anlieger mit Nahwärme zu versorgen.
Diese Entwicklung hatte die Stadtverwaltung im Blick, als die Entscheidung fiel, EPL mit der Wärmeversorgung der Robert-Koch-Realschule zu beauftragen. „Die Schule ist ein neuer Ausgangspunkt für die ressourcenschonende Nahwärme-Versorgung in Langenhagen – wir haben mit dem schrittweisen Ausbau der Wärmenetze sehr gute Erfahrungen gemacht und ich freue mich, dass wir auch hier vorankommen“, sagt Langenhagens Bürgermeister Mirko Heuer. Es zeige, dass die Kommunalpolitik und Verwaltung die Möglichkeit haben, mit konkreten Entscheidungen die Energiewende vor Ort voranzubringen. Mit EPL habe die Stadt dafür einen Partner, der zuverlässig das Tagesgeschäft mit der sicheren und wirtschaftlichen Versorgung der Bürger und Betriebe beherrscht. „Zugleich sorgt EPL jedoch auch für innovative Projekte und nutze neue Technologien sowie sie marktreif sind“, so der Bürgermeister. Als „einfach sensationell“ beschreibt Manfred Schüle die Brennstoffzelle, die einen elektrischen Wirkungsgrad von bis zu 60 Prozent, bei einer elektrischen Leistung von 1,5 Kilowatt, hat. Zum Vergleich: motorische Mikro-BHKW kommen nur auf rund 25 Prozent. 
Gleichzeitig mit der Stromerzeugung entsteht auch Wärme – bei dieser Art von Kraftwerk hat das aber eine untergeordnete Bedeutung. „Anders als bei vielen wärmegeführten Anlagen, die EPL sonst in Langenhagen betreibt, soll die Brennstoffzelle einen Grundbedarf an Strom bereitstellen. Wenn gleichzeitig auch noch die Wärme genutzt wird, ist das ein schöner Nebeneffekt“, erklärt Manfred Schüle. Die Wärmeleistung sei mit 500 Watt auch nur sehr gering. Wichtig ist jedoch, dass die Brennstoffzelle ein echter Dauerläufer ist. Sie wird einmal in Betrieb genommen und arbeitet dann möglichst immer auf höchster Stufe. „Die hohe Effizienz ist nur im Dauerbetrieb ohne Leistungsschwankungen möglich“, stellt der EPL-Geschäftsführer fest. Richtig in die Energieversorgung einer Liegenschaft integriert, würde die Brennstoffzelle dann 13.000 Kilowattstunden (kWh) Strom pro Jahr produzieren. Im Gespräch mit dem ECHO gibt Manfred Schüle Auskunft zur Größenordnung der Investition für die Brennstoffzelle. Demnach sei eine Fördersumme von 12.000 Euro eingeworben worden, so dass das Gerät nur noch mit 22.500 Euro zu Buche schlägt und rund 5.000 Euro für die Installationsarbeit notiert seien. Die Amortisation werde auf sechseinhalb Jahre kalkuliert.
Zum Hintergrund: Brennstoffzellen erzeugen Elektrizität durch eine elektrochemische Reaktion. Dabei reagiert der in dem Gerät aus dem Erdgas oder Biomethan gewonnene Wasserstoff mit dem Sauerstoff aus der Luft. Der Wasserstoff wird also nicht verbrannt wie das Erdgas in einer klassischen Heizung oder in einem Motor, sondern ohne Umweg an den Elektroden direkt in Strom umgewandelt. Der Prozess ist effizient, umweltschonend, geräusch- und vibrationsarm. Brennstoffzellen sind sogenannte Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen: Sie erzeugen gleichzeitig Strom und Wärme und nutzen dadurch den Brennstoff besonders effizient. „Nachdem wir mit der Robert-Koch-Schule den ersten Schritt gemacht haben, bieten wir auch anderen Kunden in Langenhagen die Stromerzeugung mittels hocheffizienter Mikro-KWK an“, kündigt der EPL-Geschäftsführer an. Interessant sei die Brennstoffzelle für Kunden mit einem dauerhaften Strombedarf von mehr als 1,5 Kilowatt.