„Brummifahrer drohen Schläge an“

Ausbau des Armslohweges ohne Fahrradwege beschlossen

Langenhagen (gg). Die Idylle am Armslohweg kann als ländlicher Charme im Miniaturkasten beschrieben werden. Anwohnern schätzen und lieben den Bereich, der ein kleines Stück Naherholung darstellt – eingerahmt vom Flughafengelände, vom Godshorner Gewerbegebiet an der Münchner Straße und von der Schulenburger Wohnbebauung. Mit dem Straßenausbau als Folge der geplanten Gewerbegebiet-Erweiterung wird es mit der Idylle vorbei sein – nur offen aussprechen will das keiner. Vehement setzten sich SPD-, Grüne- und CDU-Fraktion in der jüngsten Sitzung des Verkehrsausschusses für den Erhalt der Nutzungsqualität aus Anliegersicht ein. Fahrradfahrer und Spaziergänger sollen keine Einschränkungen haben. Bei dem klaren Ja zum Straßenausbau ist das ein Anachronismus. Ausgiebig wurde dennoch diskutiert, mit welcher Verkehrsweisung die Radfahrer zukünftig geleitet werden. Die Ortsräte hatten zuvor schon Maßnahmen zur Entschärfung des Verkehrs gefordert. Mittels Schranke soll der Schwerlastverkehr keine Schleichwege aufnehmen. „Wenn ich auf der Münchner Straße (Verlängerung des Armslohweges) radle, werde ich von den Lastern weggehupt. Mir wurden von den Brummifahrern auch schon Schläge angedroht“, berichtete SPD-Ratsherr Karl-Heinz Dahlke. Die Erfahrungen bestätigte Grüne-Ratsherr Michael Horn. Er regte an, den Armslohweg als Fahrradstraße auszuweisen und Tempo 30 statt 50 anzuordnen. CDU-Ratsherr Lutz Döpke bemühte sich um eine pragmatische Haltung: „Wir problematisieren hier was, was es gar nicht gibt.“ Dass die Verkehrsmenge erheblich steigen wird, sei klar. Daran ändere auch der Hinweis zur theoretisch denkbaren Autobahnauffahrt zur A352 nichts. Lutz Döpke ergänzte: „Anhand der Pläne scheint es so, als würden wir eine Auffahrt beschließen. Es ist aber völlig klar, dass die nicht kommen wird.“ Beschlossen wurde der Ausbau des Armslohweges mit einem einseitigen Gehweg, der für Radler freigegeben sein soll. Einzig BBL-Ratsherr Jens Mommsen stimmte gegen den Straßenausbau. Er kritisierte, dass der Bürgermeister den Rat und die Bürger nicht vor der Erstellung der Pläne einbezogen hat. Verärgert und mit Kritik reagierte SPD-Ratsherr Matthias Gleichmann, schließlich seien sich alle einig, dass sich Gewerbe ansiedeln und nicht abwandern soll. CDU-Ratsherr Bernhard Döhner stellte klar, dass es vorab Informationen seitens des Bürgermeisters gegeben habe, hinter verschlossenen Türen, was bei Immobiliengeschäften vorgegeben sei.