Bürger- und Heimatverein wieder auf gutem Kurs

Gäste und Aktive des Bürgervereins Langenhagen (von links): Gudrun Mennecke, Thomas Gosewisch, Peter Mesecke, Gudrun Sellmann, Jürgen Miethe und Willi Minne. Foto: K. Raap

Traditionelle Stiftungsfeier ein rundum gelungenes Fest

Godshorn (kr). Intensive Diskussionen über die Zukunft des Bürger- und Heimatvereins Langenhagens, ein hervorragendes Essen und ein exzellentes Musikprogramm bestimmten die Stimmung bei der traditionelle Stiftungsfeier der Organisation, die jetzt in den Räumlichkeiten von Frick´s Restaurant in Godshorn über die Bühne ging. Besonders wichtig: Die Mannschaft, die auf der Jahreshauptversammlung Anfang nächsten Jahres als Vorstand die Geschicke des Vereins übernehmen möchte und sicherlich auch könnte, steht in den Startlöchern. Natürlich wird erst dann per Wahl demokratisch über die neue Führung entschieden, aber die personellen Voraussetzungen für einen positiven Neuanfang scheinen durchaus gegeben. Als 1. Vorsitzender stellt sich Jürgen Miethe zur Verfügung. Zu seinen Zielen erklärte er die Verjüngung des Vereins, die Intensivierung der Öffentlichkeitsarbeit, verbunden mit dem Aufbau attraktiver Internetseiten, Infostände zur Mitgliederwerbung, die Teilnahme an Ratssitzungen und weiteren wichtigen Veranstaltungen und ein waches Auge auf das kommunalpolitische Geschehen in der Stadt Langenhagen. Der bisherige Vorsitzende Thomas Gosewisch geht aus persönlichen Gründen ins „zweite Glied“. Stellvertretender Vorsitzender könnte Herms Bierkamp werden. Peter Mesecke dürfte der neue Schriftführer heißen. Gudrun Sellmann wird wohl erneut das Amt der Schatzmeisterin übernehmen. Als Gast wünschte Willi Minne als stellvertretender Bürgermeister Langenhagens der Versammlung Mut und eine glückliche Hand für die künftigen Aktivitäten des 1957 gegründeten Vereins. In diesem Zusammenhang erinnerte er auch an den verstorbenen Ernst August Nebig, der als Vorsitzender mit großem Engagement und viel Herzblut den Verein jahrelang geführt habe. Mit von der Partie bei dieser Veranstaltung auch Engelbostels Bürgermeisterin Gudrun Mennecke, diesmal als Vereinsmitglied.
Riesenbeifall gab es für das vom amerikanischen Gesangspädagogen Ted Adkins geleitete und bestens vorbereitete Trio „Last Salt“. Die ebenso charmanten wie intonationssicheren Damen, die mit und ohne ihren Chef agierten, sangen im Gegensatz zu den Mitwirkenden in fast allen großen Musiksendungen im deutschen Fernsehen locker und leicht live und ohne Mikrofone. Im Repertoire Oldies, moderne Hits und ein tolles Abba-Medley. Der Name der Gruppe bedeutet so etwas wie die letzte Prise Salz, die aus einem gewöhnlichen Essen ein hervorragendes Mahl machen kann. Garantiert richtig gewürzt hatte natürlich die Fricksche Küche ihre diversen Menü-Angebote an den Verein.
Warum eigentlich ein Bürgerverein? Die Frage hatte das Langenhagener ECHO
in seiner Ausgabe vom 10. Januar 1958 auf der Titelseite gestellt und dabei
den erst kurz zuvor am 9. Dezember 1957 gegründeten Verein unter die Lupe
genommen. „Als Mittler zwischen Einwohnerschaft und Verwaltung“, so
befand die Redaktion,"haben sich bereits in anderen Städten Bürgervereine
erfolgreich für das Gemeinwohl eingesetzt und ihre Existenzberechtigung als Mittler zwischen Einwohnerschaft und Verwaltung nachgewiesen.“ Zu seinen Aufgaben zählte der Langenhagener Verein damals unter anderem eine organische Ortsplanung, bauliche Gestaltungen, die Förderung kultureller Bestrebungen und vor allem ein kontinuierliches Zusammenwachsen der einzelnen Ortsteilen zu einem wirklichen Gemeinwesen. Fast sensationell aus heutiger Sicht: Als der Bürgerverein am 17. März 1958 eine Reihe von Anregungen und Fragen an die Stadt richtete, und dabei den amtierenden Rat teilweise vor vollendete Tatsachen stellte, waren die ausführlichen Kommentare und Antworten der Verwaltung bereits einen Monat später im Langenhagener ECHO nachzulesen. Natürlich haben sich die Zeiten geändert, aber das Verhältnis einiger Ratsherren zur Verwaltung scheint argumentativ und verbal auf ein falsches Gleis geraten zu sein. „Der neue Vorstand des Bürgervereins“, so betonte Jürgen Miethe gegenüber dem Langenhagener ECHO, „wird sich sicherlich nicht mit der Organisation unverbindlicher Vorträge begnügen und sich durchaus das Recht nehmen, sich ins aktuelle Geschehen einzumischen, wenn Handlungsbedarf besteht.“