„Bürgern fehlt noch Fantasie“

Jan Sedelis im Gespräch mit Gemeinde-Jugendpflegerin Ellen Bruns im Bürgerhaus beim Diskussionsforum Übermorgen.

Experten nehmen Dorfbewohner in die Pflicht

Bissendorf (gg). Unter dem Titel Übermorgen gab die Sparkasse, in Kooperation mit der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, in einem Diskussionsforum Raum für Visionen. Im Bürgerhaus stellten sich Experten den gängigen Zukunftsfragen. Moderator Jan Sedelis verführte die geladenen Gäste gekonnt in die Gedankenspiele zur smarten Mobilität und zur Gestaltung eines lebendigen Alltags abseits des Großstadtlebens. Mut und eine positive Lebenseinstellung vermittelten seine Gesprächspartner, darunter Praktiker wie der Landwirt Thore Carstens, stellvertretender Landesvorsitzender der Niedersächsischen Landjugend (Bezirk Stade). Glückliches Leben auf dem Land sei eine Frage der Haltung. Er sagte: „Wer aus der Stadt auf das Land zieht, muss auch entsprechendes Benehmen mitbringen. Das Dorf spiegelt die Emotionen.“ An sein Bekenntnis zur Gemeinschaft schloss sich Michaela Oldewene an, die einen bürgerschaftlich organisierten Dorfladen in Bolzum aufgebaut hat. „Aktiv werden im Dorf“ sei unumgänglich, so ihre Botschaft. Hinweise zur Entwicklung der Infrastruktur gaben Klaus Geschwinder, Verkehrsexperte der Region Hannover, sowie die Planer Wilhelm Klausner und Oliver Kuklinski. Ihre abstrakte Botschaft, Vorhandenes, wie die S-Bahn, besser zu nutzen, stieß auf verhaltene Skepsis unter den Zuhörern. Zur geplanten Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs sagte Klaus Geschwinder: „Wer mit dem Auto nach Hannover fährt, trifft dort auf eine schon gelebte Verkehrswende, insbesondere angesichts der vielen Radfahrer. Den Bürgern im Umland fehlt noch die Fantasie für die Zukunft.“ Was noch zu lernen ist, erklärte auch Ellen Bruns, Jugendpflegerin der Gemeinde Wedemark. Sie sagte: „Die Jugendlichen zeigen uns Schnelllebigkeit und Lässigkeit.“ Dass bei der Sparkasse im Bewusstsein der Tradition an der modernen Ausrichtung gearbeitet wird, erklärte Sparkassen-Vorstandsmitglied Marina Barth. Sie sagte zur Digitalisierung: „Der Wandel in der Dienstleistung ist überall spürbar. Der Kunde erwartet, dass alles einfach, bequem und überall machbar ist. Für uns ist aber klar, dass die menschliche Urteilskraft bei der Kundenberatung bleiben wird.“