„Büsche sind keine Dauerlösung“

Sanitäre Anlage - Waldsee Besucherin beklagt sich

Krähenwinkel (gg). Es ist der Wunsch nach Sauberkeit, der eine Besucherin des Waldsees auf die Barikaden treibt. Als regelmäßige Spaziergängerin hat Hiltrud Hunte sich darüber geärgert, dass es zwar Hinweisschilder für die Toilette gibt, diese aber häufig verschlossen sind. Sie befragte DLRG-Mitglieder vor Ort, die ihr erklärten, dass der Schlüssel zu diesen Toiletten im Besitz des Kioskbesitzers ist, dieser aber nur ab und zu geöffnet hat und dies wohl nicht nur abhängig vom Wetter sei, sondern offenbar davon, wie er gerade Lust und Laune habe. Das heißt für die Spaziergängerin, dass die Toiletten meistens nicht zu benutzen sind.
„Jeder hat sicher eine Vorstellung, welche Situation entsteht, wenn bei schönem Wetter, hunderte Menschen, darunter viele Kinder, eine Toilette aufsuchen müssten, aber keine finden, die geöffnet hat – sie gehen in die Büsche. Schade um das schöne Stück Natur“, so die Beschwerde von Hunte, mit der sie sich auch an die Stadtverwaltung gewendet hat.
„Regelmäßig hat eine Überprüfung der sanitären Anlagen am Waldsee stattgefunden. Angesichts der vor Ort herrschenden Umstände ist die derzeitige Regelung die Idealste“, so die Pressesprecherin der Stadtverwaltung Juliane Stahl. Anfang der 70er Jahre wurde das Toilettenhäuschen am Waldsee errichtet. Etwa 1984 wurde ein Pachtvertrag für einen Lagerraum aufgesetzt, der ebenfalls am Waldsee steht. Dieser sieht vor, dass der Pächter im Gegenzug für seine vertraglich vereinbarten Rechte in der Zeit vom 1. Mai bis 30. September eines Jahres die Überwachung, die Säuberung und die Reinigung des Toilettenhäuschens sowie der Umkleideräume übernimmt. Die Betreuung der sanitären Anlagen erfolgt seither im Ermessen des Pächters. Er entscheidet unter anderem aufgrund der Wetterlage, an welchen Tagen er seinen Kioskbetrieb am Waldsee aufnimmt und das Toilettenhäuschen öffnet. Dass eine solche Regelung mitunter problematisch sein kann, ist der Stadtverwaltung bekannt. Allerdings gingen seit 1999 nur vier Beschwerden im Rathaus ein.
„Die Alternativen wären zudem besucherunfreundlicher oder kostenintensiver“, erklärt Stahl und weiter, „die Beauftragung eines externen Dienstleisters müsste finanziert werden. Vor Ort aufgestellte Dixi-Toiletten würden den Besuchern weniger Komfort bieten als das Toilettenhäuschen. Zumal während der regelmäßig durch Beschäftigte der Stadtverwaltung vorgenommenen Kontrollen nichts an der Sauberkeit im Inneren der sanitären Anlagen zu beanstanden war.“
Der DLRG-Ortsgruppen Vorsitzende Björn Jüttner sieht ebenfalls keine fortwährende Beschwerdelage der Besucher am Waldsee: „Die Situation mit den Toiletten ist natürlich recht unglücklich so – sie sind da und doch nicht nutzbar, ideal ist das nicht. Aber von unserer Seite wird es da kein besonderes Drängen für eine Veränderung geben.“
Die DLRG wacht in der Saison vom 15. Mai bis zum 15. September über die Sicherheit der Schwimmer und Badegäste am Waldsee. „An wirklich schönen Sommertagen ist die DLRG an den Wochenenden und werktags ab 16 Uhr vor Ort“, verspricht Jüttner. Der Betriebshof der Stadt Langenhagen übernimmt die Reinigung der Mülleimer.