Bundesverdienstkreuz für Gerda Negraßus

Gerda Negraßus, die seit 20 Jahren den Kulturring formt, präsentiert mit berechtigtem Stolz ihr Bundesverdienstkreuz am Bande. Foto: K. Raap

Jahrzehntelanges kulturelles Engagement in Feierstunde gewürdigt

Langenhagen (kr). Hochkarätige Ehrung für die Langenhagenerin Gerda Negraßus: Bei einem Festakt im Haus der Region Hannover wurde sie jetzt mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Damit wurde ihr jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement gewürdigt, das insbesondere den kulturellen Sektor in der Flughafenstadt betraf. Die Laudatio übernahm die 1. stellvertretende Regionspräsidentin Angelika Walther. Die Glückwünsche von Rat und Verwaltung übermittelte Langenhagens 1. Stadträtin Monika Gotzes-Karrasch. Zu den ersten Gratulanten zählten auch Dietlinde Schenk vom Chorverband Niedersachsen-Bremen, einem Zusammenschluss von 1350 Chören, Bernd Atzpadin vom Geschäftsführenden Vorstand des Vereins Hilfe für das junge Leben und Ehrenbürgerin Waltraud Krückeberg. Gerda Negraßus engagiert sich allein in der Flughafenstadt seit über 45 Jahren für das Gemeinwohl. In ihrer Heimatstadt Varel wurde sie als Sängerin eines Chores schon 1952 aktiv. Bereits 1968 trat Gerda Negraßus den Gemischten Chor Brink ein und übernahm dort schnell Verantwortung als Noten- und Kassenwartin. Aufgrund ihrer besonderen Aktivitäten wurde sie vor 25 Jahren zum Ehrenmitglied ernannt. Sie ist Mitbegründerin des Langenhagener Singkreises von 1983 und übernahm dort von 1995 bis 2010 den Vorsitz. Anschließend wurde sie zur Ehrenvorsitzenden gewählt. Für 60 Jahre aktives Singen zeichnete sie der Chorverband Niedersachsen 2013 mit der goldenen Ehrennadel aus. Ihr ganz besonderes Engagement gilt dem Kulturring Langenhagen, den sie 1994 mit einigen Mitstreitern ins Leben rief. Diese Institution fungiert als Dachverband für mittlerweile 40 Vereine, Gruppen und Solokünstler. Er hilft seinen Mitgliedern bei der Suche nach Veranstaltungs- und Übungsräumen und stellt ihnen leihweise Geräte, Mobiliar und Dekorationsartikel zur Verfügung. Auf seinen ständig aktualisierten Internetseiten informiert der Kulturring über alle aktuellen Ereignisse und Vorhaben. Ein Aushängeschild dieser Institution ist das alle zwei Jahre stattfindende Kulturfestival, an dem sich fast alle Mitglieder mit attraktiven Aktionen beteiligen. Eigentlich wollte Gerda Negraßus unter ihre zwei Jahrzehnte lange Tätigkeit als erste Vorsitzende jetzt einen Schlussstrich ziehen. Da sich jedoch kein Nachfolger fand, verlängerte Gerda Negraßus um ein weiteres Jahr. Für den Verein sicherlich ein Glücksfall, denn noch in diesem Jahr begeht der Kulturring sein 20-jährige Bestehen und will vom 15. bis 21. September sein elftes Langenhagener Kulturfestival feiern. Und wenn jemand weiß, wie man derartige Großveranstaltungen auf die Beine stellt und präzise durchführt ist das Gerda Negraßus.
Zusätzlich zu ihren kulturellen Aktivitäten trat Gerda Negraßus 1998 dem Verein Hilfe für das junge Leben bei, der sich für Kinder aus den Kriegsgebieten im ehemaligen Jugoslawien einsetzt. Sie nimmt regelmäßig bosnische Jugendliche für zweiwöchige Ferienaufenthalte auf, reist selbst jedes Jahr nach Bosnien und setzt sich intensiv für die Partnerschaft zwischen den Städten Langenhagen und Bijeljina ein. Kein Wunder, dass ihre Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz jetzt auch von der serbischen Zeitung in Hannover und verschiedenen Medien in Bosnien ausführlich gewürdigt wurde.