Bundesverdienstkreuz für Regina Colin

Zu Besuch aus Joinville: Regina Colin mit Ernst Müller auf dem Wochenmarkt in Langenhagen. Archiv-Foto: K. Raap
 
Eine Gedenktafel weist in Joinville auf das Wirken des früheren Langenhagener Bürgermeisters Walter Bettges hin.

Sie prägt seit 40 Jahren die Städtefreundschaft mit Joinville

Langenhagen/Joinville (kr). Hohe Auszeichnung für Regina Colin aus Langenhagens brasilianischer Partnerstadt Joinville. Auf Vorschlag des Auswärtigen Amtes hat ihr der Bundespräsident das Verdienstkreuz am Bande verliehen. Die Überreichung und die Laudatio nimmt der in Porto Alegre ansässige und für die Bundesstaaten Rio Grande do Sul und Santa Catarina zuständige deutsche Genealkonsul Stefan Traumann Mitte März in Joinville vor. Mit dem 1979 geschlossenen Freundschaftsvertrag zwischen den beiden Städten ist der Name Regina Colin eng verbunden. Schon Jahre zuvor hatte sie mit unterschiedlichsten Aktionen viel für die deutsch-brasilianischen Kontakte getan. Insgesamt engagiert sich Regina Colin seit vier Jahrzehnten für die Gestaltung der freundschaftlichen Beziehungen und erfüllte sie trotz der großen Entfernung mit unzähligen Initiativen mit beachtlichem Leben. Sie machte es möglich, dass auch eine größere Anzahl von Schüleraustausch-Aktionen zustande kam. Künstler aus Joinville traten unter anderem bei den Internationalen Musikschultreffen in Langenhagen auf. Zu Besuch in Brasilien auch die Zellerie Brüder und die Harmony Brothers. Und auch auf kommunalpolitischer Ebene tat sich einiges. Als Gäste begrüßte Regina Colin unter anderem die ehemalige Bürgermeisterin Waltraud Krückeberg, den ehemaligen Stadtdirektor Klaus Rosenzweig und den früheren Bürgermeister Walter Bettges, mit dem Regina Colin eine ganz besondere Freundschaft verband. Bettges war es letztlich, der dafür sorgte, dass gemeinsam mit dem brasilianischen Kollegen Luiz Henrique da Silveira, der ebenfalls die Flughafenstadt besuchte, dass das Freundschaftsabkommen unterschrieben wurde. Ein Jahr nach Bettges Tod im Jahr 1991 initiierte Regina Colin eine bewegende Veranstaltung in Joinville, als Vertreter der Kommune „für unseren Freund Walter Bettges“ eine Gedenktafel enthüllten, musikalisch umrahmt vom Blasorchester der Stadt Langenhagen. Bei dem Festakt mit dabei auch Klaus Rosenzweig. Die mit Abstand engsten auch heute noch bestehenden Kontakte Regina Colins entwickelten sich ab Mitte der siebziger Jahre zu Ernst Müller als Leiter des Blasorchesters der Stadt Langenhagen. So kann der Musikdirektor auf zehn Konzertreisen durch Brasilien zurückblicken, die letzte erst im Jahr 2013 mit den Langenhagener Symphonikern. Regina Colin bezeichnete sich immer gerne als eine Art Generalunternehmerin ihres Freunds Ernst Müller. Sie buchte attraktive Spielstätten und Hotels, vermittelte private Unterkünfte und Reisebusse und kurbelte die Plakatwerbung an. Darüber hinaus agierte sie ständig als Dolmetscherin, Moderatorin und Pressereferentin. Langenhagen besuchte sie mehr als ein Dutzend Mal. Regelmäßig war sie zu Gast bei den Familien Ostermann und Hecht.
Regina Colin ist gebürtige Brasilianerin mit niedersächsischen Wurzeln. Ihr Urgroßvater war einst von Uelzen aus nach Brasilien eingewandert. Sie arbeitete als Kindergärtnerin und zuletzt bis zu ihrer Pensionierung als Deutschlehrerin. Die erst 1851 gegründete Stadt Joinville ist mit über 520 000 Einwohnern, die meisten sind deutscher Abstammung, die größte Stadt des südbrasilianischen Bundesstaates Santa Catarina. Gegenüber den ersten Kontakten mit der Flughafenstadt hat sich die Bevölkerungszahl mehr als verzehnfacht.