Caren Marks bestätigt Lärmkonzept

Flughafen-Direktion korrigiert SPD-Darstellung

Langenhagen (gg). Die SPD-Bundestagsabgeordnete im hiesigen Wahlkreis Caren Marks setzt sich für ein Nachtflugverbot am Flughafen Langenhagen ein und hat gemeinsam mit dem Langenhagener SPD-Landtagsabgeordneten Marco Brunotte an der Überreichung des entsprechenden offenen Briefes der Fluglärm-Bürgerinitiativen, den sie mit unterzeichnet hat, an Wirtschafts- und Verkehrsminister Olaf Lies, SPD-Landtagsfraktion, teilgenommen (das ECHO berichtete in der Ausgabe vom 14. September).
Nicht unkommentiert lassen wollte die Flughafen-Direktion die Aktion. Ihr war es ein Anliegen, nun erneut auf einige Fakten hinzuweisen. Demnach sei bewiesen, dass Fluglärm als wesentlich weniger belastend empfunden werde als die Lärmquellen Straße und Schiene. Die Anzahl der Fluglärmbetroffenen sei deutlich zurückgegangen. Dem Mobilitätsbedürfnis der Menschen, der Sicherung des Wirtschaftsstandortes mit den mehreren Tausend Arbeitsplätzen und dem Anspruch an den Gesundheits- und Klimaschutz sei ausgewogen Rechnung getragen, insbesondere auf Basis des geltenden Fluglärmschutzgesetzes, in das Gesundheitsstudien (Fluglärm) bereits eingeflossen und das seitens der SPD-Bundes- und Landtagsfraktion bereits ausdrücklich gelobt und bestätigt sei.
„Nächtlicher Fluglärm macht krank“, davon ist Caren Marks überzeugt und daher gelte, dass auch die, die sich nicht über Fluglärm beschweren, trotzdem vor diesem geschützt werden müssen.
Anlass die bestehende Nachtflugregelung zu ändern, sieht Olaf Lies nicht, trotzdem könne zum Beispiel durch eine Überarbeitung der Gebühren für Landeentgelte eine Steuerung vorgenommen werden. So könne eine Steuerung der Verkehre durch höhere Entgelte in der Nacht erreicht werden. Im Gespräch mit dem ECHO erklärt Caren Marks, dass sie dies als ein wichtiges Instrument ansieht. Sie will sich dafür einsetzen, dass geprüft wird, ob das rechtlich überhaupt umsetzbar ist: „Der Schutz der Gesundheit der Lärmbetroffenen wiegt höher als die Wirtschaftlichkeit des Flughafenbetriebs. Gesundheitsbeeinträchtigungen haben volkswirtschaftliche Auswirkungen.“
Die Aussagen der Ministers Lies wertet der stellvertretende CDU-Stadtverbandsvorsitzende Reinhard Grabowsky als ein großes Verwirrspiel: "Will Olaf Lies als zuständiger Verkehrsminister nunmehr den Fluglärm und damit auch den Nachtflugbetrieb reduzieren, wie er dieses gegenüber den Abgesandten von Lärmschutzorganisationen betont hat, oder fühlt er sich doch mehr der Vereinbarung mit seinen norddeutschen Amtskollegen verbunden, die erst kürzlich bei der Festlegung im Norddeutschen Luftverkehrskonzept die Regelung gefunden haben, dass sie sich für einen Einklang der wirtschaftlichen Belange mit den Belangen von Umweltschutz und Lärmschutz verbunden fühlen - ohne Nachtflugbeschränkung?"