Celina hat einen Traum

Will im kommenden Jahr zeigen, was sie alles draufhat: Celina Klebe.Foto: O. Krebs

Krähenwinklerin kickt in der Bundesliga

Krähenwinkel (ok). Sie kann mit dem runden Leder besser umgehen als die meisten Jungs in ihrem Alter. Und die 16-jährige Celina Klebe hat den Vergleich, was Frauen- und Männerfußball angeht, hat sie doch schließlich acht Jahre lang beim TSV KK nur mit gleichaltrigen Jungen zusammengekickt und sich in den jeweiligen Teams immer durchgesetzt. 2009 ist dann die JSG Ahlten auf das talentierte Mädchen aufmerksam geworden, und seitdem hat Celina mit der Mädchenmannschaft auf Kreis- und Bezirksebene alles gewonnen, was es zu gewinnen gab. Vorläufiger Höhepunkt: Der norddeutsche Meistertitel mit den B-Juniorinnen des Vereins und der damit verbundene Aufstieg in die Bundesliga Nord-Nordost.
Berlin, Potsdam, Bremen, Kiel, Magdeburg, Leipzig, Meppen, Jena und Wolfsburg heißen Celinas Ziele an einigen Sonnabenden im kommenden Jahr; Reisen, von denen möglichst viele Punkte mitgebracht werden sollen. Dass das schwer genug wird, weiß Celina, die Ahltener kämpfen als Aufsteiger natürlich um den Klassenerhalt. Und auch für Celina, die von einer Karriere als Fußball-Profi träumt, wird es wohl ein entscheidendes Jahr. Sie kann sich auf der nationalen Bühne präsentieren und durchaus in den Fokus größerer Frauenfußballmannschaften geraten, bevor es dann im kommenden Jahr in die Damenmannschaft geht. Das Zeug dazu habe sie, ohne Frage, so ihr Vater Jens, lange Jahre auch ihr Trainer beim TSV KK. Taktisch und technisch sei die offensive Mittelfeldakteurin, deren großes fußballerisches Vorbild Bayern-Star Franck Ribéry ist, ziemlich versiert. Und sie entwickle den nötigen Ehrgeiz, der auf dem Niveau unbedingt notwendig sei. Zwei- bis dreimal pro Woche würden sie im Training „hart rangenommen“, ein Unterschied im Vergleich zum Training mit den Jungen sei nicht zu sehen. Keine Frage, im Gespräch mit ihr wird deutlich, dass Celina den unbedingten Erfolg sucht, auch die B-Juniorinnen-Nationalmannschaft schwebt ihr vor. Gleichwohl bleibt die 16-jährige Realschülerin auf dem Boden, will ab dem kommenden Jahr ganz solide eine Ausbildung als Friseurin absolvieren. Denn: Reichtümer, die ein sorgloses Dasein bis ans Lebensende ermöglichen, können im Frauenfußball nicht verdient werden. Also heißt es für Celina: Erst einmal „ihr Ding machen“ und dann schauen, was die Zukunft bringt.