Champs-Élysées statt Buckelpiste

Sina Wenning, Fachbereich Verkehrsentwicklung und Verkehrsmanagement und Ulf- Birger Franz, Verkehrsdezernent der Region Hannover, stellen das Handlungskonzept Radverkehr der Öffentlichkeit vor. (Foto: D. Lange)

Vorläufige Bilanz zum Handlungskonzept Radverkehr

Region (dl). „Umsteigen: aufsteigen“ so lautet das Handlungskonzept zum Radverkehr für die Städte und Gemeinden der Region, welches jetzt nach einjähriger Planung vom Verkehrsdezernenten der Region Hannover, Ulf- Birger Franz der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Für den Ausbau des Radwegenetzes von rund 800 Kilometer Länge wird die Region in den kommenden zehn Jahren 90 Millionen Euro mit dem Ziel bereitstellen, mehr Menschen als bisher für das Radfahren zu begeistern. Im Gegensatz zur Landeshauptstadt, wo in den letzten Jahren bereits eine Zunahme des Radverkehrs zu verzeichnen war, liegt das Verkehrsmittel Fahrrad im Umland bisher weniger im Trend. Das soll sich ändern, denn die Region verspricht sich von einem hohen Radverkehrsanteil natürlich auch eine Reduzierung der verkehrsbedingten CO² Emissionen. „Mit dem Konzept liegen für die Region nunmehr konkrete Leitlinien für die Radverkehrsförderung der nächsten zehn Jahre vor“, sagte Verkehrsdezernent Franz. Neben dem Neubau von Radwegen umfasst die Planung vorrangig den Ausbau und die Modernisierung vorhandener und häufig genutzter Wege. Die Planer sprechen in diesem Zusammenhang von einem Vorrangnetz für den Alltagsverkehr, beispielsweise zwischen Wohnung und Arbeitsstätte. Eine bessere Vernetzung der regionalen Radwege, breitere Fahrbahnen und eine bessere Qualität des Belages sorgen auch bei schlechter Witterung für ein entspannteres Fahren als bisher. Bei allem Komfort steht die Verkehrssicherheit ganz oben im Lastenheft der zahlreichen Um- und Neubaumaßnahmen, insbesondere an schwer einsehbaren Kreuzungen und Ortsdurchfahrten. Als weitere, flankierende Maßnahmen zur allgemeinen Attraktivitätssteigerung des Verkehrsmittels Fahrrad sieht das Handlungskonzept einen Ausbau der Fahrradabstellanlagen vor. Dazu startet in der Region demnächst ein Testprogramm, gefördert vom Bundesverkehrsministerium, unter dem Motto: Mehr Akzeptanz von Fahrrädern im öffentlichen Personennahverkehr. Das Programm sieht eine temporäre Erweiterung von vorhandenen "Park & Ride Parkplätzen" vor, um dort, vor allem im Sommer, eine größere Anzahl an Fahrradstellplätzen zu installieren. Ferner sollen der öffentliche Nahverkehr und der Radverkehr künftig besser miteinander verknüpft und damit noch attraktiver werden. Zusätzlich haben haben die Städte und Gemeinden in der Region in einer gemeinsamen Sammelbestellung 1.500 neue zusätzliche Fahrradbügel bestellt, die von den Kommunen in Kürze installiert werden können. Neben den Standardbügeln sollen in den nächsten Jahren, je nach Bedarf und Wunsch der Kommunen, weitere Bügel, unter anderem auch für Kinder- und Lastenräder angeboten werden. Die Einbindung und Verknüpfung des Handlungskonzept Radverkehr mit dem Verkehrsentwicklungsprogramm Langenhagen wird, soweit es die Fragen zum Fahrradverkehr betrifft, einer späteren Betrachtung vorbehalten sein. Zunächst aber heißt es ab dem 29. Mai bis zum 18. Juni im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs des Klimabündnisses auch in Langenhagen wieder: Stadtradeln – Wer radelt die meisten Kilometer? Die Aktion für umweltfreundliche Mobilität beginnt am 29. Mai, dem diesjährigen, autofreien Sonntag mit einer Fahrradsternfahrt aus allen 21 Städten und Gemeinden der Region nach Hannover. Treffpunkt für alle Langenhagener Teilnehmer ist der Parkplatz Ostpassage. Am 12. Juni startet in der Region der Familienradwandertag und am 17. Juni findet, als ein besonderer Höhepunktt in Langenhagen, erstmals die Velo City Night statt. Nähere Informationen finden sich im Netz auf www.langenhagen.de und www.fahrradsternfahrt-hannover.de.