Chancen und Probleme von Migration

Die Gruppe von der IGS Langenhagen mit Beate Bräutigam (rechts) in Madrid.

Schüler der IGS diskutieren in Madrid im Europahaus

Langenhagen. Zu einer interessanten Diskussion kam es kürzlich in Madrid im Europahaus, wo 40 Jugendliche im Alter von 14 bis 19 Jahren aus Estland, Polen, Spanien und Deutschland die Abgeordneten mit Fragen zu Chancen und Problemen der Migration in Europa konfrontierten. Hintergrund der Diskussion in Madrid war ein Vier-Nationen-Treffen in der spanischen Stadt Toledo, das, wie schon in den Vorjahren, von der Europäischen Union im Rahmen des Programms „Jugend in Aktion“ als förderungswürdig anerkannt worden war. Erneut durften sich in diesem Rahmen zehn Schülerinnen und Schüler der IGS Langenhagen mit kulturellen und religiösen Umwälzungen in Geschichte und Gegenwart beschäftigen.
In Toldeo begegnete die Gruppe eindrucksvollen Zeugnissen aus drei großen Weltreligionen, die ihren Ursprung zum Teil in den Migrationsbewegungen der vergangenen Jahrhunderte haben. Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten, zum Teil in multinationalen Kleingruppen, an Interviews auf den Straßen Toledos, in sozialen Einrichtungen wie Obdachlosenasylen und Heimen für gestrandete Jugendliche mit Migrationshindergrund, aber auch bei ortsansässigen Handwerkern der Waffenschmiedekunst. Das sehr dichte und abwechslungsreiche Programm enthielt ebenso Forschungsaufträge im Jüdischen Zentrum Toldedos wie in der Kathedrale und dem Moslemischen Kulturzentrum in Madrid.
Aber nicht nur die Kultur des Gastgeberlandes stand im Zentrum der Aufmerksamkeit. Jede Gruppe aus den verschiedenen beteiligten Ländern war mit einem landestypischen Lied, einem Tanz und Sketschen angereist, und der schon traditionelle Begrüßungsabend mit nationalen Spezialitäten diente als „Eisbrecher“ zwischen den Jugendlichen, die sich bereits aus Mailkontakten kannten. Ein tolles Ambiente bot dazu ein altes, wunderschönes Kloster, das für acht Tage als Unterkunft und Arbeitsort diente.
Die wunderbare Altstadt von Toledo, die zahlreichen Möglicheiten, sich in einer Fremdsprache erfolgreich zu verständigen, die Präsentationen und Fotoschauen, die freundschaftlichen Kontakte zu jungen Menschen aus anderen Nationen und die erlebte Gastfreundschaft – all das trug einmal mehr dazu bei, dass die unter der Leitung von Französischlehrerin Beate Bräutigam seit sechs Jahren durchgeführten Nationen-Begegnungen zu unvergesslichen Höhepunkten der Schullaufbahn werden. Besondere Anerkennung wurde der Arbeit der Jugendlichen in diesem Jahr durch einen Bericht im spanischen Lokalfernsehen gezollt. Darüber hinaus werden alle zehn Schülerinnen und Schüler der IGS wieder den Youth-Pass erwerben, der ihre Kompetenzen im nichtinstitutionellen Lernen dokumentiert.
Wer nun Neugier auf das Vier-Nationen-Treffen entwickelt hat, kann gespannt auf die neue Fotoausstellung in der Stadtbibliothek Langenhagen warten, die jetzt vorvereitet wird. Aktuell hängen dort noch die Bilder aus Tallinn, wo 2010 das vorherige Treffen stattfand.

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