Chinesen lieben den Radetzkymarsch

Manfred und Meike Unger in Changsha: Unübersehbar die 32 Meter hohe Büste des jungen Mao.Foto: K. Raap

Manfred und Meike Unger bei toller Orchester-Tournee dabei

Langenhagen (kr). „Das war eine tolle Reise mit sechs anspruchsvollen Konzerten und vielen touristischen Highlights“, dieses Resümee zog Manfred Unger, Leiter der Musikschule Langenhagen, nach einer zweiwöchigen Tournee mit dem Norddeutschen Symphonie-Orchester, in dem er zum zweiten Mal als Klarinettist mitwirkte, durch China. Besonders freute es ihn, dass auch Ehefrau Meike in dem professionellen Orchester als Hornistin mitwirkte, zumal sie zum Auftakt der Reise im Anflug auf Peking ihren 50. Geburtstag feierte. Die Stationen der Reise führten nüber Tianjin, Taiyuan, Yueyang, Wuhan, Nanchang und Changsha. „Diese Namen sagen den meisten Deutschen sicherlich gar nichts“, räumte Manfred Unger gegenüber dem Echo ein, „doch hier handelte es sich ausnahmslos um wichtige Städte mit mehreren Millionen Einwohnern.“ Gegenüber seiner ersten Reise nach China im Jahr 1986, damals mit Ernst Müller und dem Blasorchester der Stadt Langenhagen, habe sich unglaublich viel getan: „Fuhren wir damals noch mit Bussen und mit Dampfloks betriebenen Eisenbahnen zu den einzelnen Konzerten, so reisten wir diesmal mit Hochgeschwindigkeits-Zügen deutscher Herkunft und hypermodernen U-Bahnen, alles war perfekt durchorganisiert.“ Das Repertoire des komplett besetzten Orchesters war auf den Jahreswechsel abgestimmt und hatte Neujahrskonzert-Charakter. Auf dem Programm in den ausgebuchten Sälen standen unter anderem Walzer und Polkas von Komponisten aus der Strauss-Dynastie. „Ganz hoch in der Gunst der Zuhörer“, so betonte Unger, „stand der Radetzkymarsch von Johann Strauss Vater, diesen Titel hätten wir auch dreimal hintereinander spielen können.“ Pflicht seien auch drei chinesische Titel gewesen: „Die Jasminblüte“, „Gute Neuigkeiten aus Peking“ und das Violinsolo „Butterfly“. Die frenetisch gefeierten Auftritte des Norddeutschen Symphonie Orchesters standen unter der Leitung von Martin Lill, in Deutschland auch bestens bekannt als Chef der Orchestervereinigung Hannover.
Auch touristisch kamen die Musiker voll auf ihre Kosten. Dazu gehörten auch ein Spaziergang auf der insgesamt 22.000 Kilometer langen Chinesischen Mauer und ein Besuch der 20-Millionen-Einwohner-Metropole Peking. Besucht wurden auch die Verbotene Stadt mit dem Kaiserpalast. Über sieben Millionen Menschen wohnen in Changsha, Dass hier der junge Mao studierte und später seine zweite Ehefrau kennenlernte, wird unübersehbar dokumentiert durch eine 2009 erbaute 32 Meter hohe Büste des Staatsmanns aus Granit. In der Stadt befindet sich auch das mit 4000 Sitzplätzen größte chinesische Restaurant der Welt. Atemberaubende Landschaften bietet die nähere Umgebung der Fünf-Millionen-Stadt Guilin, was so viel bedeutet wie „Stadt des Duftblütenwalds“. Weltberühmt ist der Fluss Li jiang mit den Kegelbergen.
Als das Ehepaar Unger nach der tollen Tournee wieder zuhause ankam, ging es musikalisch weiter: Das von Meike Unger geleitete Jagdhorn-Ensemble überraschte mit einem nachträglichen Geburtstagsständchen.