Christliche Werte auf dem Prüfstand

VHS-Vortragsreihe mit Historiker Andreas Kossert

Langenhagen. Mitleid mit den Schwachen und Teilen mit denen, die alles verloren haben – gelten die christlichen Werte der Nächstenliebe und der Brüderlichkeit noch in einer Zeit, in der Flüchtlingswellen neben Hilfsbereitschaft auch Angst, Ablehnung und sogar Gewalt hervorrufen? Eine dreiteilige VHS-Vortragsreihe und dem LieZa Treff der katholischen Pfarrgemeinde Liebfrauen mit Zwölf Apostel geht dieser Frage nach.
Am Dienstag, 8. November, erläutert der Historiker Andreas Kossert, Leiter des Bereichs Dokumentation und Forschung bei der Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung ab 19 Uhr im VHS-Treffpunkt an der Konrad-Adenauer-Straße 17, welche mentalen Spuren die Erfahrungen von Krieg, Flucht und Heimatverlust in der deutschen Gesellschaft hinterlassen haben. Die Integration von Millionen Flüchtlingen und Vertriebenen in die deutsche Nachkriegsgesellschaft ist lange als Erfolgsgeschichte und als Beispiel für Solidarität erzählt worden. Auf die schwierige Ankunftsgeschichte mit Ablehnung und Anfeindungen, hat Andreas Kossert in seinem Buch „Kalte Heimat“ verwiesen.
Die Religionswissenschaftlerin Nina Käsehage stellt am Dienstag, 15. November, ab 19 Uhr im Pfarrheim der Liebfrauen-Kirche die Frage, wie es gelingen kann, verschiedene Kulturen und religiöse Ausrichtungen für ein Miteinander zu begeistern, das von wechselseitigem Respekt und Toleranz geprägt ist. Steigende Flüchtlingszahlen konfrontieren Deutschland mit einer konkreten Aufgabe: Der Grad der gesellschaftlichen Teilhabe könnte laut Käsehage ein entscheidender Faktor für ein positives und konstruktives Zusammenleben darstellen.
Am Dienstag, 22. November, spricht Propst Martin Tenge ab 19 Uhr im Pfarrheim der Zwölf-Apostel-Kirche darüber, was Christen zur Begrüßung und Integration der Flüchtlinge beitragen. Die Praxis der Flüchtlingsarbeit der christlichen Kirchen zeigt: Integration ist eine herausfordernde Aufgabe, die Anstrengungen sowohl von den Ankommenden als auch von den Einheimischen abfordert.
Der Eintritt zu allen Vorträgen ist frei.