Das Entsagen vordiktiert

An der Organisation des "Sommerfestes für Frauen un Mädchen" waren Mitarbeiterinnen der VHS, der Stadtverwaltung und der Beratungsstelle Ophelia beteiligt.

Kaum Resonanz beim städtischen Sommerfest

Langenhagen (gg). Beim "Sommerfest für Frauen und Mädchen“ in der Regie der Stadtverwaltung, in Kooperation mit der Beratungsstelle Ophelia, war das Programm auf Hunderte Besucherinnen jeden Alters ausgelegt, doch es gab nur eine klägliche Teilnehmerzahl. Weitgehend leer waren die Räume im vhs-Treffpunkt an der Konrad-Adenauer-Straße, was schade wirkte, denn sorgsam war viel vorbereitet worden. Unter dem Motto „Sei du selbst“ gab es eine Mischung von Belehrendem und Müßiggang im daunstärs. In Vorträgen wurde das Entsagen des Schönheitsdiktats gepredigt. Normen wurden hinterfragt – alles sehr ernst. Für sommerliche Leichtigkeit oder gar Vergnügen war da kein Platz. So widmete sich die städtische Gleichstellungsbeauftrage Christina Mundlos ihrer persönlichen Analyse zur weiblichen Scham und klärte zur Werbewirtschaft auf, die Klischees für die Produktvermarktung nutzt. Theaterpädagogin Christiane Hess bot Übungen zur Körpersprache. Ein fröhliches Gesicht mit Servicelächeln oder das Auseinanderweichen mit gesenktem Blick in Fahrstühlen: Das Unterbewusste in Alltagssituationen wie diesen wurde analysiert, was am Alltag allerdings nichts ändern wird.
Schauspielerein Lara Maria Wichels berichtete von ihrem youtube-Kanal „Lu likes“, den sie gemeinsam mit der Organisation Pinkstinks gegen Gender-Marketing und Sexismus in der Werbung ausrichtet. Mitarbeiterinnen von VHS, Stadtverwaltung und Ophelia überzeugten im Foyer mit persönlichem Engagement, es gab viel Raum für Gespräche. VHS-Leiterin Annette von Stieglitz äußerte sich rückblickend zur Veranstaltung: "Alle Besucherinnen blieben bis zum Schluss, was nach deren Aussage auf die gute Qualität der Referentinnen zurückgeführt werden kann. Ich schätze die Gesamtzahl auf etwa 30 Personen." Für ein Fazit soll eine Nachbesprechung aller Kooperationspartnerinnen abgewartet werden. Die VHS-Leiterin ergänzt: "Daraus werden sich die Konsequenzen, beispielsweise bezüglich einer Folgeveranstaltung, ergeben."