"Das hat eine ganz andere Qualität“

Sinnlos und mit roher Gewalt zerschnitten: Presseoffizier Jürgen Engelhardt ist fassungslos.Foto: O. Krebs

Vandalismus auf Standortübungsplatz gefährdet Menschenleben

Langenhagen (ok). Ein Vandalismusschaden von mehreren Tausend Euro – unter anderem durch Müll, Graffiti und Glas am Vatertag im vergangenen Jahr: Die Bundeswehr hat ihre Konsequenzen gezogen und an diesem Himmefahrtstag verstärkt kontrolliert. Mit Erfolg, wie es schien. „Wir sind auf verständnisvolle Mitbürgerinnen und Mitbürger getroffen“, so Stabsfeldwebel Frank Wenske, der als Feldwebel für Standortangelegenheiten die Aufgabe eines Mittlers zwischen zivilen und Bundeswehrinteressen übernimmt. Am Tag danach dann allerdings das böse Erwachen: Bei einem weiteren Kontrollgang stellten Soldaten fest, dass im Nordwesten des 284 Hektar großen Geländes an der Grenze zur Gemeinde Isernhagen Schilder beschmiert und umgeknickt, ein Wildschutzzaun zerschnitten und Setzlinge niedergetreten wurden. In dieser Ecke des Standortübungsplatzes, der auch gern von Hundehaltern genutzt wird, hat die Bundeswehr etwa 700 Jungbuchen angepflanzt. Das alles ist schon schlimm genug, aber es kommt noch dicker: Auf der Langenhagener Seite haben Vandalen eine massive, etwa 1,50 Meter hohe Grenzbefestigung rausgerissen, die mit Sand verfüllt war. „Das kann unmöglich jemand allein bewerkstelligt haben“, sagt Stabsfeldwebel Wenske. Die Übeltäter haben das Corpus Delicti quer zur Fahrtrichtung auf den befestigten Weg gelegt, der hier von vielen Radfahrern und Fußgängern genutzt wird. „Die Befestigung lag hier von Donnerstagabend bis Montagmittag“, gibt Wenske zu bedenken, der die Gefahr für Leib und Leben selbst entdeckt hatte. So habe die Zerstörungswut eine ganz andere Qualität, wenn Menschenleben auf dem Spiel stünden. Ihn wundert allerdings, dass sich in den vier Tagen niemand bei der Bundeswehr oder auch bei der Polizei gemeldet habe, denn das Gebiet sei dort doch relativ stark bewohnt. Grundsätzlich sei das Feldjägerdienstkommando unter der Telefonnummer (0511) 9 03 45 11 rund um die Uhr, auch an Wochenenden, erreichbar.
Frank Wenske bittet um Zeugenhinweise für die Schäden am Vatertag, die eine Höhe von etwa 1.500 Euro haben. Er ist telefonisch unter der Nummer (0511) 2 84 19 07 zu erreichen.