"Das ist eine Ohrenweide"

Das verantwortliche Team arbeitet für die neue CD (von links): Holger Kiesé, Rainer Müller-Jödicke, Jens Wening, Fritz und Stephanie Hamburg. (Foto: A. Hesse)
 
Der Mädchenchor mit Marysol Bolz (von links), Karlotta Hamburg und Birte Kiesé wirkte im Tonstudio mit. (Foto: S. Hamburg)

Neue CD mit Liedern für Konfirmanden ist erschienen

Engelbostel. Auf so viel professionelle und prominente Unterstützung hatte Pastor Rainer Müller-Jödicke zunächst gar nicht zu hoffen gewagt: Stephanie und Fritz Hamburg sorgten für Gesang und Gitarren, die hannoversche Rock-Legende Dete Kuhlmann bediente das Waschbrett, Schlagzeuger Hasso Anhoeck den Jazzbesen und Hellmut Sickel lieferte aus seinem Studio in Hitzacker die Cello-Klänge zu. Dann wurde sie dann nach Engelbostel geliefert: die brandneue CD „KU4-Lieder. Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen“.Erste konkrete Planungen für die Aufnahme dieser CD gab es im November 2017; schon drei Jahre zuvor hatten Rainer Müller-Jödicke, Pastor der Martins-Kirchengemeinde, Diakon und Musiker Holger Kiesé und die beiden Hamburgs während einer Konfirmandenfreizeit die Idee ausgesponnen. Seit 20 Jahren etwa kursieren im Ort Audio-Kassetten und später daraus entstandene CDs mit Liedern, die im Konfirmandenunterricht gesungen wurden und werden – war es da nicht an der Zeit, diese etwas angestaubten Tonträger durch aktuellere zu ersetzen?
Ebenfalls seit 20 Jahren wird in der Martins-Kirchengemeinde nach dem sogenannten KU4-Modell gearbeitet: „Unser Konfirmandenunterricht beginnt parallel zur vierten Grundschulklasse“, erklärt Rainer Müller-Jödicke. „Mit zehn Jahren sind alle Kinder wissbegierig und es macht große Freude, mit ihnen zu arbeiten.“ Immer schon spielte in dieser Arbeit die Musik eine wichtige Rolle: Viele Lieder aus dem KU4-Unterricht entwickelten sich zu Ohrwürmern, wurden im Konfirmandenunterricht ebenso wie zuhause, in der Schule und bei langen Autofahrten gesungen. „Ich habe sogar eine frühere KU4-Mutter wiedergetroffen, die jetzt mit diesen Liedern ihre Enkelkinder in den Schlaf singt“, erzählt Pastor Rainer Müller-Jödicke.
Mit dem Musiker-Ehepaar Stephanie und Fitz Hamburg, das in Engelbostel das Tonstudio „Julchens Studio“ betreibt, standen Profis für alle musikalischen und technischen Fragen bereit; der Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen, die hannoversche Landeskirche sowie private Spender stellten die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung.
„Wir haben schon die alte CD viel in der Familie gehört, aber die Stimmlage ist für Kinder schwierig und ihr Musikgeschmack ist einfach rockiger geworden“, erzählt Stephanie Hamburg. Sie stellte einen Kinderchor für die CD-Aufnahme zusammen: „Das motiviert andere Kinder, auch selbst zu singen.“ Kurz vor Weihnachten 2017 begannen dann in Julchens Studio die Aufnahmen; zeitweise arbeiteten 14 jugendliche und erwachsene Sängerinnen und Instrumentalisten, Pastor Rainer Müller-Jödicke und Vikar Jens Wening eingeschlossen, daran mit. Mitte Februar waren die Aufnahmen abgeschlossen, Ende Februar konnte Fritz Hamburg auch die Studioarbeiten beenden. Richtig fertig mit der Sache waren die Hamburgs aber noch lange nicht: „Wir und die Kinder waren noch Wochen lang angetriggert“, erzählt Stephanie Hamburg lachend. Auch Holger Kiesé, der Klavier und Orgel einspielte, war begeistert: „Das ist eine Ohrenweide, die man auch ganz unabhängig vom Konfirmandenunterricht anhören kann.“
Auf der neuen CD sind mehrere der „alten“ Ohrwürmer versammelt, hinzugekommen sind einige neue Lieder. Ihre Bewährungsprobe haben sie mittlerweile bestanden: „Alle wollten nur noch singen und sind richtig in Euphorie gekommen – das war eine Superstimmung“, erzählt Vikar Jens Wening von der Reaktion der Engelbosteler Viertklässler auf die neue CD.
Nach den Sommerferien werden alle KU4-Kinder in Engelbostel die neue CD bekommen; sie wird kostenlos abgegeben. „Natürlich freuen wir uns aber über eine Spende“, sagt Rainer Müller-Jödicke. Auch für die sogenannten Hauskreise der KU4-Eltern gibt es CDs, ebenso für die Religionslehrerinnen der Engelbosteler Grundschule. „Und wenn die 500 Stück irgendwann vergriffen sind, können wir sicher neue pressen lassen“, verspricht Engelbostels Pastor.