"Das ist wie ein Rattenschwanz“

Die Frage der Standards steht auch bei der SPD im Mittelpunkt

Langenhagen (ok). Früher sanieren ist grundsätzlich besser als später – diese Auffassung vertritt Marc Köhler, Fraktionschef der SPD im Rat der Stadt Langenhagen durchaus auch. Nur: Alles auf einmal könne eben nicht übers Knie gebrochen werden, vieles müsse auch mit Blick auf den Haushalt eben "nach und nach" geschehen. Daher sei er etwas erstaunt über einen Haushaltsantrag der BBL gewesen, die aus seiner Sicht dieses Mal nicht so sehr aufs Sparen setzten, sondern Investitionen tätigen wollten. Etwa die Hälfte der Ratsperiode ist vorüber und die Ratsmehrheit hat nach Ansicht Köhlers "mit einer Politik des Machbaren einiges auf den Weg gebracht". Beispiele: Umsetzung der Bürgerbefragung in Sachen Bad, Bau des Klubheims des TSV KK, Ausweitung des Stadtparks in Richtung Rieselfelder zur Erhöhung des innerstädtischen Wohnwertes und auch die Planung der zwiten IGS als "ambitioniertes Ziel". Gerade, was das Bad angeht, hätten SPD, Grüne und auch CDU hervorragend zusammengearbeitet, lobt Köhler Koalitionspartner, aber auch den politischen Mitbewerber. Und wagt einen Blick in die Zukunft: "Grundsätzlich sind sich alle einig, dass Standards überprüft werden sollen. Die Frage ist nur, welche?"
Eines ist aber auch klar, Bildung und Kinderbetreuung stehen sowohl bei SPD als auch bei Grünen ganz oben. Aber eins machen die beiden SPD-Frauen Anja Sander und Dagmar Janik deutlich: Die Hortbetreuung werde nicht abgeschafft, zurzeit bestehe noch eine Quote von etwa 18 Prozent. Beide sind überzeugt, dass die Nachfrage das Angebot regeln werde. „Der Elternwille entscheidet“, sagt Dagmar Janik; die offene Ganztagsschule sei auf jeden Fall die günstigere Variante für die Eltern. Oberstes Ziel sei es auf jeden Fall, Familie und Beruf zu vereinbaren, die Betreuungsquote liege bei 75 Prozent. Anja Sander sieht noch einen anderen positiven Effekt bei der Ganztagsbetreuung: „Die Kinder erleben die Lehrer so nachmittags mal in einer ganz anderen Rolle.“ Wichtig ist den beiden Lokalpolitikerinnen, dass mit qualifiziertem Personal gearbeitet werde, die Jobs vernünftig bezahlt werden. Die Betreuungszeit sollte zwischen 7 und 17 Uhr liegen, eine Ferienbetreuung gesichert sein. Eine Kooperation mit den örtlichen Vereinen sei denkbar. „Seit 2006 haben wir 523 neue Kita- und Hortplätze sowie 293 Krippenplätze geschaffen“, verweist Anja Sander auf die Erfolge der rot-grünen Ratsmehrheit. Auch im kommenden Jahr würden 431.000 Euro in Betreuung investiert, feste Projekte wie beim Kitazirkel, bei den Johannitern oder auch bei der KSG im Weiherfeld stünden bereits fest. 50.000 Euro seien für Unvorhergesehenes eingeplant, Halbtags- auf Ganztagsbetreuung ausgeweitet, damit eine Betreuung bis 16 oder 17 Uhr gewährleitstet sei. „Das Thema Betreuung zieht sich ja wie ein Rattenschwanz durch die Schulzeit“, weiß Dagmar Janik. Und es kostet Millionen und reiße natürlich auch ein Loch in den Ergebnishaushalt, aber das sei es der SPD wert, so Anja Sander. „Denn schließlich handelt es sich um einen Generationenvertrag“, sagen die beiden Mütter unisono.