Das Kreuz mit den künftigen Auszubildenden

Hoffen auf einen erfolgreichen Berufsfindungsmarkt mit vielen guten Gesprächen (von links): Andreas Rose, Jens Monsen, Alexandra Mathias, Jörg Hollemann und Gregor Brill.Foto: O. Krebs

1.940 Anmeldungen für Berufsfindungsmarkt am 18. und 19. September liegen vor

Langenhagen (ok). Der Titel der Veranstaltung heißt zwar offiziell Berufsfindungsmarkt, aber auch für die teilnehmenden Betriebe wird es immer schwieriger, die passenden Auszubildenden zu finden. Davon kann Alexandra Mathias, Hotel-Managerin des Achat-Hotels, ein Lied singen. Sie ist in diesem Jahr mit ihrem Unternehmen das erste Mal mit von der Partie im Ratssaal. Denn: War es im vergangenen Lehrjahr noch kein Problem, so findet sie dieses Mal überhaupt keine Lehrlinge mehr – weder im Service, noch im Restaurant, noch in der Küche. „Es geht noch nicht einmal um die Qualifikation, ich habe gar keine Bewerberinnen und Bewerber“, betont Alexandra Mathias, die sich die Entwicklung nicht so recht erklären kann, aber Bezahlung und unregelmäßige Arbeitszeiten als mögliche Gründe anführt. Dabei ist der Abschluss nicht so wichtig für sie, vielmehr seien Einstellung, Arbeits- und Sozialverhalten entscheidend. Und wenn Bewerber 45 unentschuldigte Fehltage auf dem Zeugnis stehen haben, falle ihr nicht mehr viel ein. „Einigen scheinen ihre Freunde wichtiger als ihre Zukunft zu sein“, so Mathias. Gregor Brill, der das Seniorenheim Bachstraße führt und mit dem Pflegenetzwerk auch Premiere beim Berufsfindungsmarkt hat, stößt ins gleiche Horn, kann Ähnliches berichten. Den Auftritt beim Berufsfindungsmarkt sieht er genauso wie Alexandra Mathias auch als Werbung für das ganze Berufsbild, nicht nur fürs eigene Haus an. 56 Aussteller – zehn davon aus den Reihen des Wirtschaftsklubs – sind es in diesem Jahr mit von der Partie – das ist neuer Rekord. Auch neu mit dabei: das Leonardo-Hotel am Flughafen und expert, die unter anderem die Ausbildung zum Fachinformatiker und zum Kaufmann für Versicherung und Finanzen schmackhaft wollen. 1.940 Anmeldungen von den Schulen liegen Organisator Jörg Hollemann vor; 700 Schülerinnen und Schüler kommen mit Bussen aus der Wedemark, aus Isernhagen, Burgwedel, Garbsen und auch aus den nördlichen Stadtteilen Hannovers. „Alle Schulformen sind vertreten, vor allen die neunten und zehnten Jahrgänge“, weiß Jörg Hollemann. Viele von ihnen stehen nach Auskunft Hollemanns ganz am Anfang, denn „etwa 40 Prozent der Jugendlichen haben beim Berufsfindungsmarkt noch keine Vorstellung von ihrem künftigen Beruf.“ Eine Last-Minute-Ausbildungsplatzbörse soll Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusammenführen; Angebote bitte bei Jörg Hollemann unter der Telefonnummer (0511) 7307-95 04 oder unter joerg.hollemann@langenhagen.de. Der Berufsfindungsmarkt geht am Donnerstag, 18., von 9 bis 17 Uhr und am Freitag, 19. September, zwischen 9 und 14 Uhr über die Bühne. Die längere Öffnungszeit am Donnerstagabend habe sich nicht bewährt, die Nachfrage sei nicht dagewesen, sagt Wirtschaftsförderer Jens Monsen. Auch für einen Markt am Sonnabend nicht. Auf die Besucherinnen und Besucher warten aber nicht nur jede Menge Informationen, sondern auch tolle Aktionen wie ein Rollatorrennen, ein Bewerbungsunterlagencheck und professionelles Schminken beim Kosmetikcollege.