Das Problem wird langsam gravierender

Für Asylanten und Flüchtlinge vorgesehen: das Objekt an der Klusriede 24.Foto: O. Krebs

Heftige Diskussionen im Rat über Unterkünfte für Asylanten

Langenhagen (ok). Das Problem wird langsam ein richtig Gravierendes; die Verwaltung ist in Sachen Wohnungssuche für Asylbewerber und Flüchtlinge richtig eingebunden, sucht mit Hochdruck geeignete Objekte. Dirk Musfeldt (Grüne) sieht "feste Unterkünfte" als ideal an, allerdings dränge die Zeit, eine Bauzeit von etwa 16 Monaten müsse schon veranschlagt werden. Für Elke Zach (SPD) sind Turnhallen die "allerschlechteste Lösung", für Elvira Drescher (fraktionslos)nur eine "Notlösung". Nicht zuletzt deshalb ist der diskutierte Containerstandort an der Osterriedestraße für Musfeldt zwar nicht optimal, aber momentan am besten. Das sehen Anwohner, die sich in der Einwohnerfragestunde zu Wort gemeldet hatten, allerdings ein klein wenig anders. Sie hätten zwar nichts gegen Flüchtlinge und Asylanten, immerhin seien syrische Mitbewohner ja gut integriert. Bei einer "geballten" Zahl von 30 könne es aber doch zu einem "Brennpunkt" kommen. Außerdem sei die Wohnqualität nicht gut, der Container solle viel zu nah an der Autobahn stehen, sodass es dann zu laut sei. Und: Eine umgerechnete Monatsmiete von 404 Euro pro Person sei entschieden zu hoch.
Weiteres Streitthema: die Anmietung des Objektes an der Klusriede 24. Alle sind sich einig, dass dringender Handlungsbedarf gegeben ist. Nur: Jens Mommsen (BBL) und der unabhängige Ratsherr Wilhelm Behrens kritisieren scharf, dass Immobiliendienstleister mit ins Boot geholt werden. Mommsen lehne Investoren ab, die sich "am Leid der Menschen bereichern". Seiner Ansicht nach gebe es noch genug Platz am Frankenring, wo ein Teil der Verwaltung sitzt. Der unabhängige Ratsherr Bernd Speich sieht allerdings die "moralische Verpflichtung, und der neue CDU-Fraktionschef Bernhard Döhner mahnte an, "Druck vom Kessel" zu nehmen. Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch machte noch einmal deutlich, dass sich die Situation zuspitze und sich die Kommune über jedes privatwirtschaftliche Angebot freue.