Das schönste ist die Stille

Die Tombola-Gewinner sind an Bord, während Stefan Pralle (links), Horst-Dieter Soltau (vorne) und Andreas Pralle (rechts) den Ballon am Boden halten. Foto: D. Lange

Tombola-Gewinner freuten sich über ein einmalig schönes Erlebnis

Langenhagen (dl). „ Bei traumhaft schönem Wetter gleitet der Ballon in westlicher Richtung ruhig und friedlich im warmen Licht der Abendsonne über der Landschaft dahin. Aus 300 Meter Höhe sehen die Äcker und Wiesen wie ein graphisches Muster aus oder wie ein Flickenteppich, dessen vorherrschende Farbe ein zartes Grün ist, sich abwechselnd mit dem Braun der noch unbestellten Äcker und einem beginnenden Gelb, denn der Raps steht kurz vor der Blüte. Man sieht die Menschen in den Schrebergärten beim Grillen, die winken, wenn der Ballon über ihren Köpfen dahinschwebt und auf offenem Feld können wir eine Wildschweinherde beobachten, die in weiser Voraussicht vor der Bundesstraße abbiegt und im Wald verschwindet. Und das alles in absoluter Stille, die nur ab und an vom Fauchen des Gasbrenners unterbrochen wird. Dabei wird’s dann ziemlich warm im Korb.“
Dies sind die Eindrücke einer Ballonfahrt, die Monika Kirschke dem ECHO schilderte, und die sie sicher noch lange im Gedächtnis behalten wird. Die Langenhagenerin ist eine von fünf Gewinnerrinnen und Gewinnern, die bei der Tombola des Langenhagener Stadtballs im Maritim Airport Hotel das große Los gezogen hatten. Die Firma Pralle Logistik hatte diesen Hauptpreis zur Verfügung gestellt, und die beiden Geschäftsführer Andreas und Stefan Pralle halfen denn auch gemeinsam mit den Passagieren und Horst-Dieter Soltau vom Förderkreis Stadtball Langenhagen bei den Startvorbereitungen. Diese sind recht umfangreich und es bedarf der Mithilfe aller Beteiligten.
Wenn dann der Ballon mit genügend heißer Luft gefüllt über dem Korb schwebt, heißt es einsteigen für die Ballonfahrer. Dazu muss die etwa 1,50 Meter hohe Bordwand überklettert werden – eine Tür gibt es nicht. Alle übrigen Personen bemühen sich jetzt den Korb am Boden zu halten, was nicht ganz einfach ist. Der Auftrieb ist jetzt schon ziemlich stark. Wenn schließlich alle an Bord sind, kappt der Pilot das letzte Sicherungsseil und der Ballon steigt wie ein Fahrstuhl nach oben. Die Flughöhe von 150 bis 500 Meter wird von der Flugsicherung im Tower des Flughafens vorgegeben, mit dem der Pilot in Funkkontakt steht.
Nach einem perfekten Start von der Wiese vor der Universität Hannover und einem eindrucksvollen, eineinhalbstündigen Flug landete der Ballon ebenso perfekt am Ortsrand von Barrigsen bei Groß Munzel, zwischen Wunstorf und Barsinghausen gelegen. Kurz vor der Landung schwebte der Korb in etwa einem Meter Abstand über dem Boden bis zum endgültigen Landeplatz direkt neben einem Feldweg. Ideal für das Begleitfahrzeug, das über Funk dorthin beordert wurde, um die Ballonfahrer wieder zum Startort zurückzubringen.
Bis es aber soweit ist, müssen wieder alle mit anfassen, denn der Ballon muss, ähnlich einem großen Zelt, zusammengerollt, verpackt und mit dem Korb zusammen auf den Anhänger geladen werden. „Das ist eine etwas staubige Angelegenheit und man sollte sich für eine Ballonfahrt lieber Sachen anziehen, die auch mal schmutzig werden dürfen“, stellt Monika Kirschke fest. „Es klettert sich dann auch leichter.“ Nach getaner Arbeit gab es zum Abschluss und zur Belohnung für alle die unter Ballonfahrern traditionelle Sekttaufe, mit der eine glücklich verlaufene, in diesem Fall sogar perfekte Ballonreise gefeiert wurde.