"Das Schulzentrum gehört ins Stadtzentrum"

Ausschuss berät über Schülerzahlen, Modulbauten und zusätzliche Klassencontainer

Langenhagen (dl). Hinlänglich bekannt sein dürfte die Tatsache, dass ein Teil der Schulgebäude von Gymnasium und IGS abgerissen und neu gebaut werden müssen, nachdem Gutachter erhebliche bauliche und brandschutztechnische Mängel festgestellt hatten. Die Trakte C, A und H müssen auf jeden Fall abgerissen werden, möglicherweise auch die Trakte E, F und G. Für letztere sind die Würfel über Sanierung oder Neubau noch nicht gefallen. In einem gemeinsamen Papier haben die Schulleiter Matthias Brautlecht für das Gymnasium und Timo Heiken von der IGS auf Fehler in den ersten Planungen hinsichtlich des Raumbedarfs beider Schulen hingewiesen. Dabei treibt sie die Sorge um, dass künftig möglicherweise von falschen Sachständen ausgegangen wird, die zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr korrigiert werden können. In ihrem Brief an die Verwaltung machen Brautlecht und Heiken auf einen zusätzlichen Raumbedarf aufmerksam. In den Gesprächen beider Schulen mit der Verwaltung sicherte diese zu, dass das für die Planung maßgebliche Standardraumprogramm Hannover mit seinen Vorgaben bezüglich der Klassenzimmergröße derzeit lediglich als Planungsgrundlage zu betrachten sei, unter Berücksichtigung schulspezifischer Besonderheiten, die als Besitzstand angesehen werden. Bezüglich des künftigen Bedarfs sind sich die Schulleiter darin einig, dass beispielsweise die Aula für beide Schulen zu klein angesetzt wurde. Statt der jetzt 326 Plätze rechnen sie mit einem Bedarf von etwa 600 Plätzen, die für Schulveranstaltungen benötigt würden, bei einer geplanten Sechs-Zügigkeit der Schulen. Weitere Änderungen im Flächenbedarf ergeben sich durch zusätzliche Sprachlernklassen, bei der veranschlagten Größe der Pausenhalle, im Sportbereich und im SEK II Bereich der IGS. Sowohl Heiken wie auch Brautlecht sprechen sich für eine Beibehaltung des Schulstandorts aus. Falls der zur Verfügung stehende Platz nicht ausreicht, müsste auch ein mehrgeschossiger Bau in Erwägung gezogen werden. Kritisch äußern sie sich zum Ratsbeschluss über die Zusammenlegung von Stadt- und Schulbibliothek auf dem Schulgelände und wissen sich darin einig mit der Leitung der Stadtbibliothek. „Unterschiedliche Nutzergruppen rechtfertigen keinen zusätzlichen Raumbedarf am Schulstandort“. Eine etwas andere Situation ergibt sich im Fall der IGS Süd. Vor dem Hintergrund steigender Flüchtlingszahlen und demzufolge einem weiteren Bedarf an Sprachlernklassen sowie um auch Kindern aus anderen Schulbezirken einen Platz an der IGS Süd zu ermöglichen. geht die Stadt inzwischen von einer fünfzügigen SEK I aus und einem vierzügigen Grundschulzweig. Der Ausschuss stimmt daher dem Plan zu, an der IGS Süd Modulbauten zur Lösung der dringendsten Platzprobleme zu errichten. Im Rahmen der Einwohnerfragestunde zu Beginn und am Schluss der Sitzung brachten einige Eltern ungeplant auch die Adolf-Reichwein-Grundschule auf die Tagesordnung. Um bei einem zusätzlichen Platzbedarf durch doppelt zu zählende Inklusionskinder, Wiederholer oder Zuzüge keine Container aufstellen zu müssen, soll diese Schule von drei auf zwei Züge verkleinert werden. Die Eltern fragen sich nun, ob sie künftig noch einen Platz für ihre Kinder an der Schule bekommen. Als offene Ganztagsschule entfällt für die Adolf-Reichwein-Schule die Bindung an einen Schulbezirk, daher besuchen auch Schüler aus Vinnhorst die Schule, was aufgrund freier Kapazitäten seinerzeit möglich war. Für das kommende Schuljahr aber muss ein Teil der Schulplätze des ersten Jahrgangs per Losentscheid vergeben werden, wenn es bei der geplanten Zweizügigkeit bleibt. Damit geht es jetzt auch um die Frage, ob Langenhagener Geschwisterkinder in diesem Fall den auswärtigen Schülern vorzuziehen sind.