Das Skatspiel ist seine Hobby

Willi Aenis (2. von rechts) kloppt immer gern einen guten Skat.Foto: E. A. Nebig

Willy Aenis feierte seinen 103. Geburtstag

Langenhagen (ne). Das Willi Aenis vor 103 Jahren in Meppel in der dem Emsland benachbarten niederländischen Provinz Drenthe geboren wurde, mag niemand so recht glauben, denn der Jubilar ist noch sehr rüstig. Er versorgt sich in seiner Wohnung weitgehend allein und nimmt lebhaft am politischen und gesellschaftlichen Tagesgeschehen teil. Am gestrigen Freitag, 9. April, feierte er mit Familienangehörigen und Freunden seinen 103. Geburtstag. Zu den Gratulanten gehörten auch die Landesregierung sowie Repräsentanten der Region und der Stadt Langenhagen. Nach dem Geheimnis seiner Rüstigkeit gefragt, lachte Willi Aenis und meinte, da gebe es viel zu sagen. Mobilität gehöre dazu. Er sei weit in der Welt herumgekommen, habe viel gearbeitet und sich mit dem Lesen guter Literatur geistig fit gehalten. Lesen sei aber nur eine seiner sinnvollen Freizeitbeschäftigungen, dazu gehöre das Skatspiel in der AWO-Begegnungsstätte am Schulzentrum. Das ECHO hat ihn dort am Mittwochnachmittag besucht. Er spielte gerade einen Grand mit Vieren, und nicht nur bei diesem Blatt hatten seine Spielpartner Hermann Kruse, Heinz Stümpfel und Horst Allner das Nachsehen! In gemütlicher Runde berichtet der Jubilar gern über sein erfülltes Leben in zwei Jahrhunderten. Scherzhaft bezeichnet er sich dabei als Kosmopolit. Geboren in den Niederlanden, mit drei Geschwistern in der Schweiz aufgewachsen – man hört es noch heute an der Sprache – und nach der Lehre als Mechaniker sowie im Zweiten Weltkrieg als Sanitäter der Wehrmacht in vielen Ländern herumgekommen, sei er schließlich 1946 in Langenhagen gelandet, berichtete er dem ECHO. Hier habe man ihn auf Grund seiner technischen und Fremdsprachenkenntnisse zur Luftfahrt geholt. Als Mechaniker habe er unmittelbar die rasante Weiterentwicklung von Flugzeugen sowie des Luftverkehrs in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts erlebt. Nach den Aufbaujahren des Flughafens, sei er noch einmal für einige Jahre nach Basel zurückgekehrt. Als Mitarbeiter einer britischen Luftfahrtgesellschaft ging er in den Ruhestand und zog wieder nach Langenhagen zurück. Seine Frau verstarb 1998; seitdem lebt er allein in seiner gepflegten Wohnung und versorgt sich selbst. Auf fremde Hilfe ist er nicht angewiesen, er wird aber bei der Hausarbeit von Heidrun Groschkuhn, eine seiner beiden Töchter, unterstützt.