„Das tun, wonach sich die Menschen sehnen“

Tauschten sich intensiv aus: Anna-Lena Elbracht-Hülseweh, Projekt „Ein letzter Wunsch“ (von links), Annette Rauch, Susanne Bräuer, Johanna Holze und Elke Kruse (Foto: D. Lange)
 
Herzlich: Frau P. mit Susanne Bräuer vom Hospizverein Langenhagen. (Foto: D. Lange)

Stiftung Infinitas-Kay erfüllt todkranken Menschen einen letzten Wunsch

Langenhagen (dl) Eigene, negative Erfahrungen der Stiftungsinitatoren, die erleben mussten, wie schwerstkranke Menschen, nahe Angehörige zumal, vom Pflegepersonal im Krankenhaus allein gelassen und zum Sterben in ein Sterbezimmer abgeschoben wurden, führte zu der Einsicht: So sollte ein Mensch nicht sterben müssen. Daraus entstand 2008 die Infinitas-Kay-Stiftung mit ihrer Zielsetzung, todkranken Menschen ein schmerz- und angstfreies Leben „bis zuletzt“ zu ermöglichen. Darin unterstützt sie nicht nur die bestehenden Hospize, sondern auch das für Erwachsene deutschlandweit bisher einmalige Projekt, diesen Menschen einen letzten Wunsch zu erfüllen und ihnen damit die Möglichkeit geben, das zu tun oder zu erleben, was sie sich am Ende ihres Lebens so dringend wünschen. Das können kleine, aber deshalb nicht weniger wichtige Dinge sein, wie noch einmal die Katze oder den Hund zu streicheln, ein bestimmtes Lied zu hören, sich mit Familienangehörigen aussprechen, ein Besuch im Zoo, noch einmal das Meer sehen oder ein Theater-, Kino- oder Konzertbesuch und vieles mehr. Die Menschen schöpfen daraus Kraft für den schweren Umgang mit ihrer Krankheit in Erwartung ihres nahen Todes und bringen damit etwas zu Ende, um letztendlich auch das eigene Leben leichter loslassen zu können. In der Rückschau auf das Leben werden die eigenen Versäumnisse oft schmerzhaft deutlich. So viel wäre noch zu tun und vieles wurde vernachlässigt, weil Anderes wichtiger schien. Daher wirbt die Stiftung dafür, die Dinge nicht aufzuschieben, sondern sie zu tun, wenn es noch möglich ist und solange man noch dazu in der Lage ist, sie bewusst zu erleben. „Todkranke Menschen äußern ihren Wunsch allerdings selten direkt“, sagt Anna-Lena Elbracht-Hülseweh, die Ansprechpartnerin des Projekts „Ein letzter Wunsch“. „Erfahrungsgemäß sind es die Angehörigen oder das Pflegepersonal, die die Wünsche an uns herantragen. Wir prüfen dann, ob sich sie sich erfüllen lassen und sind bemüht, alle zu notwendigen Fragen und Maßnahmen vom Transport über Genehmigungen bis zur Pflegebegleitung einschließlich Notfallmedikamenten innerhalb von 48 Stunden organisieren zu können.“ Erst wenn alles sicher ist und feststeht, dass der Wunsch erfüllt werden kann, erst dann werden die Patienten eingeweiht, um ihnen Enttäuschungen zu ersparen. Ganz sicher war der Zoobesuch an einem kalten Tag im November für Frau P. aus Langenhagen keine Enttäuschung. Ihren Wunsch, noch einmal in den Zoo gehen und die Robben, ihre Lieblingstiere sehen zu können, konnte ihr von der Stiftung efüllt werden. In Begleitung von Anna-Lena Elbracht-Hülseweh sowie den beiden ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen des Hospizvereins Langenhagen, Annette Rauch und Susanne Bräuer, erlebte Frau P. einen sicherlich unvergesslichen Zoobesuch. Zwar geschwächt und von der Krankheit gezeichnet, genoss sie dennoch den Tag, an dem zudem viel gelacht wurde, wie ihre Begleiterinnen versicherten. Für die Mitarbeiterinnen des Hospizvereins ist das Wissen um die Stiftung mit ihrem Wunsch-Projekt ein gutes Gefühl, als ein wichtiges, begleitendes Element ihrer Arbeit.