Defizit weitet sich aus

Viel Platz ist noch auf dem städtischen Friedhof Imhoffstraße. (Foto: G. Gosewisch)

Friedhöfe kosten eine halbe Million pro Jahr

Langenhagen (gg). Defizitär läuft der Betrieb der städtischen Friedhöfe: Grenzheide, Imhoffstraße, Godshorn und Kaltenweide. Nur die Hälfte der Bewirtschaftungskosten werden gedeckt, rund 500.000 Euro müssen die Steuerzahler pro Jahr zuschießen. Tendenz steigend, so das Ergebnis, das die Stadtverwaltung nun, im Herbst 2017, für das Jahr 2016 veröffentlicht hat. „Eine rein betriebswirtschaftliche Betrachtung der Friedhöfe ist schwer durchzuführen“, heißt es im Bericht der Stadtverwaltung. Es wird auf ein Dilemma hingewiesen. Das Defizit kann weder durch höhere Einnahmen (Gebühren bei Bestattungen) noch durch Kostensenkung behoben werden. Für Letztere müssten „vermeidbare Kosten identifiziert werden“. Die Kosteneinsparung stelle allerdings eine Herausforderung dar, da die „Friedhöfe neben der eigentlichen Funktion der Ruhestätte einen parkähnlichen Charakter aufweisen sollen.“
Laut Bericht seien Investitionen im Nachhinein zu hinterfragen. So sei eine Kühlzelle kostenintensiv saniert, in den Folgejahren aber nie genutzt worden. Ein weiteres Beispiel für eine Investition ohne Nutzen ist das „Muslimische Grabfeld“ auf dem Friedhof Grenzheide, das Anfang 2011 fertiggestellt wurde. Es gab seitdem aber keine Bestattungen. Auf ECHO-Anfrage teilt Juliane Stahl, Sprecherin der Stadtverwaltung, mit: „Aufgrund der fehlenden Regelung in der Friedhofssatzung dürfen derzeit keine Beisetzungen auf dem „Muslimischen Grabfeld“ vorgenommen werden.“ Ankündigungen für eine neue Friedhofssatzung gibt es seit rund sieben Jahren. Vertreter der Gewerke (Steinmetze, Friedhhofsgärtner und Bestatter) haben ihre Ideen zuletzt im Frühjahr 2016 mitgeteilt.